Trump bestreitet bevorstehenden Abgang seines Außenministers

Tillerson (L) und Trump am 20. November

US-Präsident Donald Trump hat bestritten, dass sein Außenminister Rex Tillerson vor dem Abschied aus dem Amt steht. Dies seien "Falschnachrichten", schrieb Trump am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Auch wenn er mit Tillerson "bei bestimmten Themen nicht einer Meinung" sei, werde dieser "nicht gehen". Er arbeite mit dem Chefdiplomaten "gut zusammen".

Noch am Vortag hatten Trump und das Weiße Haus die Medienberichte über einen Plan zur Ablösung Tillersons hingegen nur halbherzig dementiert. Der Präsident sagte am Donnerstag lediglich: "Rex ist hier". Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders sagte, es gebe "zum jetzigen Zeitpunkt" keine Personalentscheidungen zu verkünden. "Das gesamte Kabinett konzentriert sich darauf, dieses unglaublich erfolgreiche Jahr von Präsident Trumps Regierung zu Ende zu bringen."

Der Außenminister selber bezeichnete die Berichte über seinen angeblichen Abgang am Freitag als "lächerlich". Die "New York Times" hatte am Vortag berichtet, CIA-Chef Mike Pompeo werde Tillerson in den kommenden Wochen ersetzen. An der Spitze des Auslandsgeheimdienstes werde Senator Tom Cotton auf Pompeo folgen.

Das Verhältnis zwischen Trump und Tillerson gilt seit langem als stark angespannt. Deswegen wird bereits seit Monaten über seinen möglichen Abgang spekuliert.

Die Differenzen zwischen dem Präsidenten und seinem Außenminister erstrecken sich über zahlreiche Themen. Tillerson ist gegen den Ausstieg der USA aus Pariser Klima-Abkommen sowie aus dem Atom-Abkommen mit dem Iran. Im Nordkorea-Konflikt warf Trump seinem Außenminister wegen dessen diplomatischer Bemühungen Zeitverschwendung vor.

Laut US-Medienberichten bezeichnete Tillerson wiederum den Präsidenten nach einer einer Sitzung im Verteidigungsministerium als "verdammten Deppen".

Bereits Ende Juli hatte das Außenministerium einen Bericht zurückgewiesen, wonach Tillerson bis Jahresende das Handtuch werfen wolle. Der frühere Chef des Energiekonzerns ExxonMobil hatte sich zuvor als "müde" bezeichnet und gesagt, sein Leben als Konzernmanager sei "leichter" als das des Außenministers - weil er in seiner früheren Funktion derjenige gewesen sei, "der die letzte Entscheidung traf".