Trump bereitet saudiarabischem Thronfolger euphorischen Empfang

US-Präsident Donald Trump hat dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman einen euphorischen Empfang im Weißen Haus bereitet. Trump rühmte bei dem Treffen am Dienstag die "großartige Freundschaft" mit dem Königreich

US-Präsident Donald Trump hat dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman einen euphorischen Empfang im Weißen Haus bereitet. Trump rühmte bei dem Treffen am Dienstag die "großartige Freundschaft" mit dem Königreich. Die Beziehungen seien "wahrscheinlich so stark wie nie zuvor - wir verstehen einander", sagte der US-Präsident. Strittige Themen sprach er vor den Kameras nicht an.

Stattdessen hob Trump bei dem Empfang im Oval Office die hohen Ausgaben Riads für Rüstungsgüter aus den USA sowie deren Nutzen für die heimische Wirtschaft hervor. "Saudi-Arabien ist ein sehr reiches Land, und sie werden hoffentlich einen Teil dieses Reichtums an die USA abgeben in Form von Arbeitsplätzen und durch den Kauf der besten Militärausrüstung in der Welt", sagte Trump und untermauerte seine Aussagen durch Schaubilder.

Bei seinen Gesprächen mit dem Thronfolger sollte es voraussichtlich um eine breite Themenpalette gehen. Sie reichte von den Konflikten in Syrien und im Jemen über die eingeleiteten Reformen in dem Königreich bis hin zu Rüstungsdeals.

Der Bürgerkrieg im Jemen gehörte dabei zu den schwierigeren Themen. Dort bekämpft eine von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen. In dem zweijährigen Bürgerkrieg sind fast 10.000 Menschen getötet worden. Das Land wurde dadurch in eine humanitäre Krise gestürzt, welche die UNO als die derzeit weltweit größte beschreibt - 8,4 Millionen der 22,2 Millionen Einwohner sind demnach von einer Hungersnot bedroht.

Im US-Senat wurde eine parteiübergreifende Initiative zur Einstellung der US-Militärhilfe für die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz allerdings kurz nach Prinz Mohammeds Besuch bei Trump abgelehnt. 55 Senatoren stimmten gegen die Resolution, 44 dafür. Ein Votum für ein Ende der Militärhilfe hätte zu erheblichen diplomatischen Irritationen zwischen Washington und Riad führen können.

Potenziellen Konfliktstoff birgt auch der von Saudi-Arabien im Juni zusammen mit anderen Staaten der Region verhängte Boykott gegen Katar. Trump hatte die mit dem Kampf gegen den Terrorismus begründete Blockade anfangs euphorisch begrüßt. Inzwischen will er sie aber beendet sehen. Sie stört seine Pläne für einen Gipfel mit den Golfstaaten später im Jahr in Camp David bei Washington.

Der US-Präsident und der Kronprinz hatten sich bereits im Mai in Riad getroffen. Das langjährige Bündnis beider Länder ist seit Trumps Amtsantritt noch enger geworden - zu den einigenden Faktoren gehört die gemeinsame Gegnerschaft zum Iran, dem Trump eine "destabilisierende" Rolle im Nahen Osten vorwirft.

Auch die Reformen in dem ultrakonservativen islamischen Königreich, die Prinz Mohammed seit seiner Ernennung zum Thronfolger im Juni 2017 eingeleitet hat, werden vom US-Präsidenten begrüßt.

Der Thronfolger gilt nicht nur als treibende Kraft hinter der Entscheidung von König Salman, das Fahrverbot für Frauen aufzuheben. Er veranlasste auch eine Verhaftungswelle unter ranghohen Persönlichkeiten, die als Offensive gegen Korruption dargestellt wurde, und ließ die Militärführung des Landes weitgehend austauschen.

Für den saudiarabischen Kronprinzen bildete der Besuch im Weißen Haus den Auftakt zu einer dreiwöchigen Rundreise durch die USA. Er will unter anderem die texanische Ölmetropole Houston besuchen sowie das kalifornische Silicon Valley, das Zentrum der US-Hightech- und Softwarebranche.

Für den 32-Jährigen ist es erst seine dritte Auslandsreise seit seiner Ernennung zum Thronfolger. Zuvor im März hatte er Ägypten und Großbritannien besucht.