Kelly, Bannon,Trump: So schwer haben es ihre Namensvetter auf Twitter

Trumps Stabschef John Kelly hat einen Namensvetter: Der ist genervt von der ständigen Verwechslung auf Twitter. (Bild: ddp Images; Twitter/ @JohnKelly)

Namensvetter von Mitgliedern des US-Regierungsteams unter Präsident Donald Trump haben es derzeit vor allem auf Twitter nicht leicht. Zahlreiche Kritiker wollen ihrem Ärger auf der Social-Media-Plattform Luft verschaffen – schicken ihre Kritik jedoch an die falsche Adresse.

John Kelly ist in den USA kein seltener Name. Aber nachdem ein Mann mit selbigem Namen kürzlich zu Trumps Stabschef erkoren wurde, hat es der „Washington Post“-Journalist John Kelly besonders schwer – sein Twitter-Account läuft nämlich auf den Tag @JohnKelly. Bereits am 28. Juli erkannte er das Gefahrenpotenzial. „Sieht so aus, als ob mein Leben jetzt komplizierter wird“, postete er auf dem Kurznachrichtendienst.

Auch weitere Klarstellungen folgten: „Zwei Punkte, falls ich darf. 1. @Scaramucci scheint weg zu sein. 2. Ich bin immer noch nicht der Stabschef des Weißen Hauses. Aber danke für eure Anmerkungen.“

Auch Steve Bannon kann ein Lied davon singen. Der schottische Familienvater wird immer wieder für den umstrittenen Medienmacher und Berater des US-Präsidenten Stephen Bannon gehalten. Dabei bekommt er in regelmäßigen Abständen wüste Beschimpfungen ab. Dabei bleibt Bannon meist kurz und bündig: „Falscher Steve Bannon“, schreibt er beispielsweise in diesem Posting.

Andere Sachen nimmt Bannon mit Humor. „Ich wurde gerade zur Twitter-Gruppe des Weißen Hauses hinzugefügt“, so der Schotte – und fügte das Kürzel „pmsl“ hinzu. Das heißt so viel wie: „mache mir vor Lachen in die Hose“.

Manchmal scheint aber auch ihm der Spaß an der Sache auszugehen: „Oh, es geht also weiter … es war so nett und still die letzten Wochen“, schrieb er – und postete ein Bild von Obi-Wan Kenobi aus Star Wars, auf dem „Das ist nicht der Steve Bannon, nach dem Sie suchen“ geschrieben steht.

International sind die Beliebtheitswerte von Trump-Sohn Eric nicht besonders hoch. Das bekommt auch der Brite Eric Trump zu spüren. „Ich benutze Twitter seit 2015. Damals war Trump in Großbritannien vor allem für seine Golfplätze und seine Reality-Show bekannt, aber niemand hatte von seinem Sohn Eric gehört“, zitiert ihn „mashable.com“.

Dabei sollte es für jeden, der jemals auf Eric Trumps Twitter-Account war, offensichtlich sein, dass es sich hier nicht um den Präsidentensohn handelt. Denn der postet bevorzugt Bilder von selbst gebackenem Brot. „Ich poste diese Schönheit in der Hoffnung, dass manche meiner Follower hinterfragen werden, ob sie auch wirklich dem Sohn des Präsidenten folgen“, schrieb Trump unter ein Foto eines frischen Brotes.

So ganz möchte das dennoch nicht klappen. Auch im echten Leben ist der Name nicht unbedingt ein Vorteil: „Trump war nie ein toller Nachname für mich (in Großbritannien ist ‚Trump’ ein Synonym für „Furz”, vor allem in nördlichen Teilen des Landes), aber der Aufstieg von Donald brachte die Dinge auf ein ganz anderes Level“, berichtete er. „In Las Vegas wurde mir vorgeschlagen, dass ich doch in das Hotel meines Vaters ein wenig oberhalb der Straße einchecken sollte […]. Ich hoffe, mir hat damals niemand ins Essen gespuckt …“

Etwas anders nutzt Mike Pence seine Namensgleichheit mit dem US-Vizepräsidenten. Pence, ein Software-Entwickler, steht den Agenden seines Namensvetters nämlich diametral entgehen. „Als Zeuge Jehovas erzogen, habe ich eine gesunde Aversion gegen Gedanken kontrollierende Kulte jeglichen religiösen oder politischen Ursprungs“, so Pence in einer Kolumne in der „Washington Post“.

Die Tweets von Pence sind oft politische Kritik. „Bitte, Cheeto-Hitler, führe uns nicht in den Dritten Weltkrieg“, schrieb Pence Anfang Juli.

Auch auf die Entlassung von Kurzzeit-Pressesprecher Anthony Scaramucci bezog sich ein Pence-Tweet: „Gratuliere Anthony Scaramucci dafür, dass er seine Familie, seine Würde und seinen Job verloren hat, alles in nur einer Woche! #MAGA #winning“, lautete ein anderer Post.

Auch in seiner Twitter-Bio grenzt sich Pence von seinem Namensvetter deutlich ab. „Software-Entwickler, Opa und Naturliebhaber. Kein christlich-faschistischer Politiker“, heißt es da.

Etwas entspannter sieht die Namensgleichheit zu einem Mitglied der Trump-Administration Stephen Miller. Miller, dessen Namensvetter Berater von Trump ist, ist Journalist beim Trump-freundlichen Sender „Fox News“. Die Verwechslungen nimmt er mit einem Lachen hin, wie er in einem Tweet erklärte.