Trump "nicht überrascht" über Belästigungsvorwürfe gegen Produzenten Weinstein

Harvey Weinstein im Mai in Cannes

US-Präsident Donald Trump ist nach eigenen Worten "nicht überrascht" über die Belästigungsvorwürfe gegen den einflussreichen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein. "Ich kenne Harvey Weinstein seit Langem, ich bin überhaupt nicht überrascht", sagte Trump am Samstag (Ortszeit) in Washington. Derweil leitete Weinsteins Produktionsfirma eine interne Untersuchung zu den Vorwürfen ein, der Filmproduzent habe in der Vergangenheit mehrere Frauen sexuell belästigt.

Die "New York Times" hatte die Belästigungsvorwürfe kürzlich enthüllt. Der Filmproduzent soll jungen Frauen versprochen haben, ihnen im Gegenzug für sexuelle Gefälligkeiten bei ihrer Filmkarriere zu helfen. Unter anderem soll er sie gebeten haben, ihn zu massieren oder ihm beim Duschen zuzuschauen. Unter den mutmaßlichen Opfern sind die bekannten Schauspielerinnen Ashley Judd und Rose McGowan.

Der 65-Jährige entschuldigte sich am Donnerstag und kündigte eine Auszeit an, um seine "Dämonen" in den Griff zu bekommen. Seine Produktionsfirma Weinstein Company erklärte am Freitag, eine interne Untersuchung eingeleitet zu haben: "Die nächsten Schritte werden von dem therapeutischen Fortschritt Harveys und von dem Ergebnis der unabhängigen Untersuchung des Verwaltungsrates abhängen."

Die Erklärung wurde von vier Mitgliedern des Verwaltungsrates unterzeichnet, darunter dem Co-Gründer und Bruder des Beschuldigten, Bob Weinstein. Laut "New York Times" reichten drei der neun Mitglieder des Verwaltungsrates ihre Kündigung ein.

Die Brüder Bob und Harvey Weinstein stehen hinter zahlreichen Hollywood-Erfolgen. 2010 produzierten sie das mit einem Oscar ausgezeichnete Drama "The King's Speech". Auch der Oscar-nominierte Film "Gangs of New York" und der Oscar-gekrönte Film "Shakespeare in Love" sind Weinstein-Produktionen.

Die Vorwürfe gegen Weinstein wurden von mehreren Politikern der konservativen Republikaner aufgegriffen - der Filmproduzent ist ein wichtiger Unterstützer der Demokraten. Mehrere demokratische Politiker kündigten nach Bekanntwerden der Vorwürfe an, Spenden von Weinstein an Wohltätigkeitsorganisationen weiterzuleiten.

Auch gegen Trump hat es in der Vergangenheit Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegeben. Im Wahlkampf sorgte ein Gesprächsmitschnitt für Aufregung, in dem der Rechtspopulist selbst mit sexuellen Übergriffen prahlt. Als Journalisten ihn am Samstag darauf ansprachen, bezeichnete er seine Äußerungen erneut als "Gespräche aus der Umkleidekabine".