Tipps gegen Frost: So trotzen Sie der klirrenden Kälte

Ein Mann fotografiert eine zugefrorene Bank am Neuenburgersee. Foto: dpa.

Kalt, kälter, Hoch “Hartmut”: Selten war es so kalt in Deutschland wie in den vergangenen Nächten. Die folgenden Tipps können Ihnen dabei helfen, schlechter Winterlaune vorzubeugen und warm durch die nächsten Tage zu kommen.  

Kinder besonders schützen
Vielerorts freuen sich besonders die Kinder über Schnee und Schlittschuhbahnen – gerade jetzt kann Bewegung an der frischen Luft richtig Spaß machen – natürlich mit der richtigen Kleidung. Wenn die Temperaturen jedoch etwa -27° C erreichen, raten Kinderärzte dazu, Kinder zu Hause zu lassen, damit es nicht zu Erfrierungen kommt. Herrscht ein eisiger Wind oder sind die Wetterbedingungen extrem, sollten Kinder schon bei etwas wärmeren Temperaturen besser drinnen spielen. Um Unterkühlungen zu vermeiden, sollten Eltern immer wieder überprüfen, ob ihr Kind warm und trocken ist. Erste Warnsignale für eine Erfrierung sind blasse und schmerzende Stellen im Gesicht oder Taubheitsgefühle in den Zehen oder Fingern. Treten diese Anzeichen auf, sollten Betroffene schnell einen warmen Ort aufsuchen.

Vor allem kleinere Kinder müssen regelmäßige Pausen einlegen und drinnen z.B. ein warmes Getränk zu sich nehmen. Säuglinge, die auf einem Schlitten gezogen werden und sich nicht bewegen, müssen extra warm eingepackt werden.

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Wenn Kinder dennoch stark auskühlen sollten sie schnell in warme Decken oder ein Aufwärmbad gesteckt werden. Wichtig: Mit lauwarmen Wasser anfangen und dann nach und nach wärmeres hinzufügen. Bei Schüttelfrost oder auffallender Lethargie sofort zum Arzt!

Besonderer Schutz für die Haut
Nicht nur die Kinderhaut kann durch die kalte Luft leicht austrocknen. Eine rückfettende Kältecreme möglichst ohne Wasser schützt die Haut am besten. Wer nach langem Aufenthalt in der Kälte einen warmen Raum betritt, kann die Kältecreme abwaschen, um Wärmestaus der Haut zu vermeiden. Besonders Babycremes sollten möglichst wenige Farb- und Duftstoffe enthalten. Jeder Zusatz erhöht das Allergierisiko. Da die Sonne vom Schnee reflektiert wird, ist besonders in höhreren Lagen das Eincremen mit einem Sonnenschutzmittel notwendig.

Kälteschutz für Haustiere: Brauchen Hunde jetzt einen Wintermantel?
Die meisten Tiere vertragen Kälte besser, als die Besitzer denken, wie der Deutsche Tierschutzbund erklärt. Bei gesunden Hunden etwa reicht das Fell in der Regel als natürlicher Wärmeschutz aus. Nur bei einem kranken Tier oder einem Hund mit sehr kurzem Fell kann ein artgerechter Mantel oder Pullover sinnvoll sein. Die passende Größe ist hier wichtig: das Tier sollte nicht in seiner Bewegung eingeschränkt werden. Winterschuhe oder -socken sind nicht geeignet, da die Pfoten sensible Tastorgane sind. Nur wenn es tierärztlich angeordnet ist, sollten Hunde Schuhe oder Socken tragen. Wenn Salz gestreut wurde und die Tiere dem nicht ausweichen können, schützt vor dem Gassi gehen das  Einreiben der Pfoten mit einer kleinen Menge Melkfett oder Vaseline. Nach dem Spaziergang das Salz mit warmem Wasser abspülen. Katzen hingegen sollte man die Pfoten nicht einreiben – sie würden die Creme sofort wieder ablecken. Bei kalten Temperaturen sind mehrere kürzere Gassi-Runden eher zu empfehlen als ein langer Spaziergang.

Katzen sollten über Nacht möglichst im Haus bleiben und jederzeit selbstständig ins Haus gelangen können. Um Durchfall und Erbrechen zu vermeiden, sollten sowohl Katzen als auch Hunde nicht zu viel Schnee fressen.

Ein Fuchs hockt auf einer schneebedeckten Wiese. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa.

Keine spezielle Hilfe für Wildtiere erfoderlich
Heimische Wildtiere überstehen die derzeit eisigen Temperaturen auch ohne Hilfe des Menschen. Am besten unterstützt man die Tiere laut Naturschutzbund (NABU), indem man sie nicht unnötig störe. So sollte jetzt etwa auf den Gartenputz verzichtet werden, da Laub- und Reisighaufen beliebte Wohnungen für Winterschläfer wie Igel seien.

So schützen Sie ihre Wohnung bei Frost
Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt besteht die Gefahr, dass Wasserleitungen platzen. Daher sollten auch unbewohnte Räume und der Dachboden bei tiefen Minusgraden im Freien ausreichend beheizt werden. Dabei reicht es oft nicht, seine Heizung nur auf das Frostsymbol zu stellen, warnt das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung. In unbeheizten Räumen oder in Garten und Garage sollte zudem das Wasser abgestellt werden – Rohre sollten entleert werden.

Tipps für Autofahrer
Autofahrer sollten bei den derzeitigen Minusgraden prüfen, ob ihr Kühlwasser und Scheibenwischwasser ausreichend Frostschutz hat. Der Frostschutz sollte Temperaturen bis mindestens minus 25 Grad aushalten können, rät der ADAC. Das lasse sich etwa in der Werkstatt oder an Tankstellen mit einem kleinen Prüfgerät checken. Ist der Kühler erst einmal eingefroren, müsse er meist in einer Werkstatt wieder aufgewärmt werden. Durch einen eingefrorenen Kühler kann ein Motor überhitzen.

Auch im Scheibenwischwasser sollte ein passendes Wintermittel ausreichend vorhanden sein. Wer nachfüllt, benutzt danach die Anlage kurz, damit das Mittel bis in die Düsen gelangt. Friert das Wasser ein, sei es ebenfalls nötig, die ganze Anlage aufzutauen. Nachträglich Scheibenfrostschutz in den zugefrorenen Behälter zu füllen, bringe nichts mehr, erklärt der Autoclub.

Verhalten bei Glatteis
Wer auf Glatteis ins Schleudern kommt, reagiert wie folgt: Bremsen, das Lenkrad gut festhalten und leicht gegenlenken. “Gegebenenfalls wieder etwas von der Bremse gehen”, rät Thorsten Rechtien vom Tüv Rheinland. Wer hektisch gegenlenkt oder zu stark bremst, verschlimmere in der Regel die Situation. Ein eingefrorenes Schloss können Türschloss-Enteisersprays auftauen, erklärt der Tüv Nord. Eine weitere Lösung: Batteriegetriebene Autoschloss-Enteiser.

Aufwärmen mit Alkohol?
Die weit verbreitete Annahme, dass Alkohol ein bewährtes Mittel gegen die Kälte sei, stimmt übrigens nicht. Tatsächlich geht dadurch schneller Wärme verloren, Hände und Füße fühlen sich bald kälter an. Bei extremen Minusgraden sollte man auf Alkohol also unbedingt verzichten.

(mit Material von dpa)