Trotz Verbots: Gay-Pride-Marsch in Istanbul geplant

Polizeieinsatz bei der Gay Pride Parade 2015: In der Türkei kommt es immer wieder zu Übergriffen auf Schwule, Lesben, Bi- oder Transsexuelle. Foto: Tolga Bozoglu

Trotz eines Verbots der 15. Schwulen- und Lesbenparade wollen sich heute Aktivisten in der türkischen Millionenmetropole Istanbul auf der zentralen Einkaufsstraße Istiklal versammeln. Die als «Marsch des Stolzes» bezeichnete Parade war am Samstag wegen Sicherheitsbedenken verboten worden.

Auch in den vergangenen zwei Jahren hatten die Behörden den Gay-Pride-Marsch untersagt. Dennoch gingen Tausende auf die Straße. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Die Grünen-Europaabgeordnete Terry Reintke wird - wie im vergangenen Jahr - an der Veranstaltung teilnehmen. Der Deutschen Presse-Agentur sagte sie, man wolle die Aktivistinnen und Aktivisten unterstützen und zeigen: «Ihr seid nicht allein». Der Gay-Pride-Marsch fällt in diesem Jahr auf den ersten Feiertag zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan.

In der Türkei kommt es immer wieder zu Übergriffen auf Schwule, Lesben, Bi- oder Transsexuelle. Im vergangenen Jahr hatte die mutmaßliche Vergewaltigung und Ermordung der 23-jährigen Transgender-Aktivistin Hande Kader für Empörung gesorgt. Nach Angaben der Organisation Kaos GL, die sich für die Rechte von Homosexuellen in der Türkei einsetzt, wurde zudem in Istanbul ein homosexueller Syrer ermordet, seine Leiche wurde verstümmelt aufgefunden.

"Marsch des Stolzes" auf Facebook

Bericht über Ermordung von Transgender-Aktivsitin Hande Kader

Pressemitteilung Kaos GL über ermordeten Syrer