Trotz Traumtor: Arsenal für Köln eine Nummer zu groß

Verspätetes Europacup-Comeback ohne Happy End für den 1. FC Köln: Die Rheinländer haben bei ihrem ersten Auftritt auf internationalem Parkett nach 25-jähriger Abstinenz eine gute Vorstellung zeigten, die mit einstündiger Verspätung angepfiffene Partie beim hochfavorisierten FC Arsenal nach Führung aber mit 1:3 (1:0) verloren (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Rekordeinkauf Jhon Cordoba (10.) hatte den FC mit einem Traumtor aus 40 Metern in Führung gebracht. Der eingewechselte Ex-Schalker Sead Kolasinac (49.), der mit einem Schalke-Shirt jubelte, Alexis Sanchez (67.) und Hector Bellerin (82.) drehten die Partie für die Mannschaft von Trainer Arsene Wenger (Ergebnisse und Spielplan der UEFA Europa League). 


"Die Jungs haben das für unsere Möglichkeiten richtig gut gemacht. Wir haben ein bisschen was von dem gezeigt, was wir sehen wollen", sagte Köln-Trainer Peter Stöger bei SPORT1

Der Trainer nahm aus der Partie auch Positives für die Bundesliga mit. "Heute muss ich schon sagen, das ist das, was wir uns vorgenommen haben - abgesehen von dem Ergebnis", so Stöger. "Aber die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind... So wollen wir versuchen, auch in der Bundesliga nach den drei Niederlagen in die Spur zu kommen. Das macht mir Hoffnung."

Horn ist gegen Traumtore machtlos

Auch sein Torhüter Timo Horn sah eine überzeugende erste Hälfte. "Nach der ersten Halbzeit wäre mehr drin gewesen. Da ist vieles optimal gelaufen", sagte Horn bei SPORT1.

Doch dem Druck der Engländer sei man nach der Pause nicht mehr gewachsen gewesen. "Man hat in der zweiten Halbzeit gesehen, als Arsenal angezogen hat, dass wir diesem Druck irgendwann nicht mehr standhalten konnten", sagte Horn.

"Die Führung hat sich dann auch angedeutet, Arsenal hat das Spiel übernommen – und durch zwei Traumtore das Spiel gedreht. Heute kann man der Mannschaft keine Vorwürfe machen", sagte Horn.


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Chaos vor dem Spiel

Wegen des enormen Ansturms der zahlreichen mitgereisten Fans und auch einiger kleiner Handgemenge wurde die Rückkehr der Rheinländer auf das internationale Parkett nach 25 Jahren beim englischen Spitzenklub FC Arsenal erst mit einer Stunde Verspätung um 22.05 Uhr angepfiffen.

Offiziell wurden Sicherheitsgründe angegeben, man wolle den Einlass der Zuschauermassen unter Kontrolle behalten. Entscheidend dazu beigetragen hatte eine eigenwillige Organisation durch den FC Arsenal (Tabelle der UEFA Europa League).


Da die Kölner nur 2900 Gästetickets zur Verfügung gestellt bekamen, hatten sich zahlreiche Kölner Fans Tickets für den restlichen Stadionbereich gesichert.

Zwei Tage vor der Partie gaben die Engländer jedoch kurzfristig bekannt, dass sie Köln-Fans mit Karten für den restlichen Stadionbereich den Eintritt untersagen wollten.

Nach dem versuchten Blocksturm änderten die Verantwortlichen offenbar ihre Meinung und entschieden sich dazu, die Gästefans, die sich teilweise sogar extra Arsenal-Trikots gekauft hatten, mit den Heim-Tickets doch ins Stadion zu lassen.

FC-Spieler schwärmen von Unterstützung

Torhüter Horn lobte die friedlichen Fans im Stadion bei SPORT1: "Das hat sich teilweise angefühlt wie ein Heimspiel. Die ganze Kurve war in unseren Farben, waren Kölner. Es ist sensationell, was es der Stadt und auch den Fans bedeutet."

Auch Matthias Lehmann pflichtete seinem Torhüter bei, die Fans seien bei jedem Ballgewinn und Abschluss "mega-laut" gewesen. "Dass so viele Kölner rüber gekommen sind, hat es umso schöner gemacht, hier zu spielen", sagte Lehmann. 


Mehr als 10.000 Kölner Fans hatten sich auf den Weg nach London gemacht.