"Hintenraus sehr wild" - Gladbacher Überflieger hadern

SPORT1
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Dämpfer für die Überflieger vom Niederrhein!

Borussia Mönchengladbach hat im Verfolgerduell beim rheinischen Rivalen Bayer Leverkusen nach einem spektakulären Schlagabtausch eine 3:4 (2:2)-Niederlage kassiert. (Service: Spielplan der Bundesliga)

Während die Werkself in dieser Saison in der Bundesliga weiterhin ungeschlagen bleibt und Platz vier festigte, verloren die Gladbacher erstmals seit dem 1. Spieltag wieder ein Pflichtspiel. In der Tabelle rutschten die Fohlen, die zuletzt in der Champions League eine 6:0-Gala bei Schachtjor Donezk gefeiert hatten, auf Rang sieben ab. (Service: Tabelle der Bundesliga)

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Gladbach-Trainer Rose hadert mit "ärgerlichem Ergebnis"

"Es ist ärgerlich mit so einem Ergebnis in die Länderspielpause zu gehen, aber die Jungs haben es in den vergangenen Wochen sehr gut gemacht und hart gearbeitet", sagte Gladbachs Trainer Marco Rose. "Wir waren vor allem in der ersten Halbzeit zu wenig griffig, Leverkusen war den Tick zwingender. Dann geraten wir in Rückstand, wo wir vorher selber in Führung gehen können. Hintenraus war es dann sehr wild."

Gladbacher Zaubertor kommt zu spät

Der überragende Leverkusener Torjäger Lucas Alario (27./41.) erzielte seinen dritten Doppelpack in Folge. Leon Bailey (68.) traf nach der Pause, Julian Baumgartlinger (82.) sorgte für die Entscheidung. Der einstige Edelreservist Alario steht nun bei neun Toren aus zehn Pflichtspielen und macht den Verlust von Kai Havertz und Kevin Volland immer mehr vergessen.

Baumgartlinger sprach bei Sky anschließend von einem "sehr extremes Spiel". "Die Gladbacher haben uns alles abverlangt, aber wir haben auch alles abrufen müssen, um das Spiel zu gewinnen", meinte der Österreicher.

Die Borussia war durch Kapitän Lars Stindl per Foulelfmeter (18.) und nach Videobeweis (29.) zweimal in Führung gegangen, Valentino Lazaro (90.+4) verkürzte mit einem spektakulären Hackentreffer in den Winkel. Doch kurz darauf war Schluss. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

"Es waren zu viele Fehler gegen eine sehr, sehr gute Mannschaft. Und dann reicht es nicht", sagte Gladbachs Keeper Yann Sommer und nahm das zweite Gegentor mit auf seine Kappe: "Wenn ich rauskomme, muss ich ihn haben."

Leverkusen beginnt stürmisch - Gladbach kontert

Zwei Teams, die "in Form sind", hatte Gladbachs Trainer Marco Rose vor Anstoß angekündigt. Den Beweis trat zunächst vor allem Leverkusen an. Obwohl die Borussia nach dem furiosen 6:0 bei Schachtjor Donezk zwei Tage mehr zur Erholung hatte, wirkten die Gastgeber frischer. Besonders der laufstarke Leon Bailey war kaum zu bändigen und hatte zweimal (2./13.) die Führung auf dem Fuß.

Gladbach deutete einzig bei Kontern seine Gefährlichkeit an - und der erste gefährliche Angriff führte prompt zur Führung. Bayer-Schlussmann Lukas Hradecky kam im Strafraum gegen Breel Embolo zu spät, Schiedsrichter Harm Osmers entschied sofort auf Elfmeter. Stindl ließ sich die Chance nicht nehmen.

Stindls zweiter Treffer wird lange gecheckt

Die Führung brachte der Borussia aber keine Sicherheit, ganz im Gegenteil. Leverkusen durfte teilweise bis zum Strafraum kombinieren, der Ausgleich durch Alarios Schlenzer aus 14 Metern war hochverdient. Und Gladbach? Konterte einfach weiter und stellte durch Stindl den alten Abstand wieder her. Weil beim finalen Pass die entscheidende Berührung von Florian Wirtz ausging, nahm Osmers seinen Abseitspfiff zurück.

Bis zur Pause ging es munter weiter: Eine Kracher von Gladbachs Rami Bensebaini landete an der Latte (34.), auf der Gegenseite durfte Alario nach einer gefühlvollen Flanke von Wirtz zum erneuten Ausgleich einköpfen. Schon gegen Augsburg und in Freiburg hatte der Südamerikaner jeweils einen Doppelpack geschnürt.

Auch in der zweiten Halbzeit begann Leverkusen druckvoller und musste einzig bei Gladbachs Gegenstößen auf der Hut sein. Beiden Teams waren nun die kräftezehrenden englischen Wochen anzumerken. Stindl (67.) hatte die Chance zu seinem dritten Treffer, doch stattdessen spitzelte Bailey auf der Gegenseite den Ball aus spitzem Winkel ins Tor.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)