Trotz Raketenabschuss: IOC hält an Südkorea 2018 fest

Ex-UN-Generalsekretär und neuer Vorsitzender der IOC-Ethikkommission Ban Ki-moon spielt die Bedrohungen herunter

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bleibt nach dem erneuten Raketenabschuss durch Nordkorea in seiner Haltung zu den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang/Südkorea unverändert.

Die Spiele finden im Februar 2018 nur rund 80 Kilometer von der Grenze des geteilten Landes statt.

"Kein Plan B"

"Wir bleiben bei unserer Position. Es gibt keinen Plan B. Die Spiele sind voll im Plan", sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Rande des IOC-Gipfels in Lima. Auch IOC-Exekutivmitglied Juan Antonio Samaranch jr. sah keinen Grund zu einer neuen Bewertung: "Unsere Aufgabe ist es, die besten Spiele zu organisieren. Wir sind keine Politiker."

IOC-Athletensprecherin Angela Ruggiero wollte ebenfalls nicht von einer neuen Gefahrenlage sprechen. Die Top-Sportler seien Reisen in unterschiedliche Länder gewöhnt. "Pyeongchang wird der sicherste Platz sein", sagte die US-Amerikanerin.

Rakete fliegt über Japan

Nordkorea hatte am Freitagmorgen (Orstzeit) eine Rakete abgefeuert, die die nordjapanische Insel Hokkaido überflog und anschließend in den Pazifik stürzte. Das teilte die japanische Regierung mit.

Erst Ende August hatte Nordkorea eine Mittelstreckenrakete über Japan hinweg abgefeuert.

Ex-UN-Generalsekretär entwarnt

Ban Ki-moon (73), neuer Vorsitzender der IOC-Ethikkommission und selbst Südkoreaner, hatte ebenfalls die Bedrohung heruntergespielt. "Ich kann versichern, dass alle Sportler bei den Spielen in Pyeongchang starten können, ohne dass sie sich Sorgen machen müssen", sagte der langjährige Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN).

Ban erklärte, es würde in Korea keine ideologischen Unterschiede geben, wenn es um Sport gehe. "Im vergangenen Jahr reiste ein Fußballteam aus Südkorea in den Norden und sie wurden herzlich begrüßt. Beide Nationalhymnen wurden gesungen, beide Flaggen gehisst", berichtete der 73-Jährige.