Trotz mehrfacher Warnung: Scooter spielen auf der Krim

Um auf dem Rockfestival ZBFest auf der Krim zu spielen, sind Scooter dem Anschein nach illegal in das von Russland annektierte, ursprünglich ukrainische Gebiet eingereist. Der Botschafter der Ukraine in Deutschland droht den Musikern nun mit schwerwiegenden Konsequenzen.

Das ZBFest, das in Balaklawa nahe der Marinestadt Sewastopol stattfindet, droht dieses Jahr zu einem Politikum zu werden. Grund dafür sind die politisch brisante Lage des Veranstaltungsortes und die Technoband Scooter. Die strategisch wichtige Halbinsel Krim war in der Vergangenheit immer wieder zum Zankapfel zwischen Russland und der Ukraine geworden. Zuletzt brach der Konflikt vor etwa drei Jahren erneut und in militärischer Form aus, als Russland das Gebiet wiederholt annektierte.

Ausgerechnet Scooter haben nun das fragile Gleichgewicht beider Nationen durch ihr Konzert bei dem Rockfestival gefährdet. Russischen Nachrichtenagenturen zufolge war die Band am 3. August illegal auf die Krim eingereist. Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine in Deutschland, zeigt sich äußerst ungehalten ob dieser Grenzverletzung.

Trotz mehrfacher Warnung: Scooter spielt auf der Krim

"(Das) ist nicht nur ein Skandal, sondern auch ein Verbrechen mit schwerwiegenden rechtlichen Folgen", erklärte Melnyk der Funke Mediengruppe. Ein Strafverfahren durch die ukrainische Staatsanwaltschaft sei eingeleitet worden. "Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine gravierende Straftat, die weltweit geahndet wird", so der Botschafter weiter.

Darüber hinaus legte Andrij Melnyk RTL nahe, die Rolle des Scooter-Frontmanns als Jurymitglied bei "DSDS" zu überdenken. Der Sender solle sich fragen, "ob H.P. Baxxter, der gegen die Gesetze eines Landes vorsätzlich verstößt und die völkerrechtswidrige Annexion der Krim billigt, als 'DSDS'-Juror noch überhaupt tragbar ist".