Trotz möglichem dritten Platz für Racing Point: McLaren akzeptiert "Copygate"

Norman Fischer
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Obwohl man im Sommer für "Copygate" 15 Punkte Abzug bekommen hat, könnte Racing Point noch auf dem dritten Platz der Konstrukteurswertung laden. Ein Punkt fehlt dem Team derzeit auf diese Position, und Rivalen wie Renault oder McLaren könnten sich ärgern, dass sie die Angelegenheit nicht noch weiter verfolgt haben - dann wäre vielleicht ein weiterer Platz nach oben möglich gewesen.

Doch McLaren-Geschäftsführer Zak Brown, dessen Team derzeit punktgleich mit Racing Point ist, betont: "Wir haben bekommen, was wir wollten, und das war Klarheit und eine Änderung der Richtung für die Zukunft", sagt er.

Sollte Racing Point Rang drei erreichen, dann sei das in Ordnung: "Sie hatten ein extrem schnelles Auto. Es ist das drittschnellste im Feld und war es das gesamte Jahr über", so Brown. "Sie waren immer schon ein starkes Team."

Brown weiß, dass man in diesem Sport am besten nicht zurückschaut. "Man darf nichts bereuen. Wir sind einfach froh, dass wir die Klarheit bekommen haben, dass man kein Auto mehr in der Weise kopieren darf, wie sie es gemacht haben", sagt er.

Das heißt aber nicht, dass man nichts von anderen abschauen darf, weiß Technikchef James Key. Er hatte bereits verraten, dass man bei McLaren eine Richtung einschlägt, die man auch bei Mercedes und Renault schon gesehen hat. Doch er betont: "Das verstößt nicht gegen die Regeln."

Denn im Gegensatz zu Racing Point verfolgt man nur ein Konzept und macht sich dazu von Grund auf eigene Gedanken. "Wir nehmen nicht einfach die Oberflächen von jemand anderem, sondern nur von unseren eigenen Gedanken und unserem Verständnis", so Key.

Er vergleicht es mit Ideen wie dem F-Schacht, dem angeblasenen Diffusor oder dem Doppel-Diffusor. "Diese Konzepte wurden alle von einem Team mit einer cleveren Idee entwickelt. Und es wäre verrückt, wenn man es nicht allen anderen erlauben würde, diese Konzepte auch selbst zu entwickeln und zu versuchen, vielleicht eine bessere Lösung zu finden", sagt Key.

"So haben Formel-1-Teams schon immer gearbeitet."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.