Trotz Gewalt sieht Maduro seine Abstimmung als Erfolg – 41 Prozent Wahlbeteiligung

Überschattet von Gewalt mit mindestens zehn Toten hat in Venezuela die umstrittene Wahl der Mitglieder einer verfassungsgebenden Versammlung stattgefunden. Die Wahl der 545 Vertreter des Gremiums wurde von der Opposition boykottiert. Laut Wahlkommission haben mehr als 8 Millionen oder 41 Prozent der Venezolaner am Urnengang teilgenommen.

Venezuelas Präsident bezeichnete den Tag der Abstimmung als einen erfolgreichen Tag, da viele Menschen teilgenommen hätten. Die Oligarchie habe keine Augen und Ohren für das Volk. “Wir sorgen uns um die Wahrheit für das Volk”, sagte Maduro.

Bei Demonstrationen in mehreren Landesteilen wurden auch zwei Jugendliche – 13 und 17 Jahre alt – getötet.

Der Parlamentspräsident und Maduro-Gegner Julio Borges sprach von einer Niederlage für die Regierung. Was auch immer die verfassungsgebende Versammlung tut, weder das venezolanische Volk noch die internationale Staatengemeinschaft werden sie anerkennnen. Das ist eine autoritäre Regierung, die jenseits der Verfassung agiert. Heute hat das venezulanische Volk gewonnen, ein freies, rebellisches Volk, das die Demokratie fähig ist, die Demokratie wiederherzustellen.

Auf Twitter bezeichnete die Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen Nikki Haley die Abstimmung in Venezuela als “einen weiteren Schritt in Richtung Diktatur”.

Auch das US-Außenministerium verurteilte die Wahl der verfassungsgebenden Versammlung in Venezuela und kündigte Schritte dagegen an, dass das Recht des venezolanischen Volkes auf Selbstbestimmung missachtet werde.

Maduro’s sham election is another step toward dictatorship. We won’t accept an illegit govt. The Venezuelan ppl & democracy will prevail.— Nikki Haley (@nikkihaley) 30. Juli 2017