Trotz Formel-E-Cockpit: Fährt Rene Rast 2021 weiter DTM?

Mario Fritzsche
·Lesedauer: 4 Min.

In der letzten Saison der DTM in der bekannten Form befindet sich Rene Rast auf dem Weg zu seinem dritten Titel in vier Jahren. Vor dem Saisonfinale am 7./8. November in Hockenheim führt Rast mit seinem Rosberg-Audi die Gesamtwertung mit 19 Punkten Vorsprung auf Markenkollege Nico Müller (Abt-Audi) an.

Unabhängig vom Ausgang des DTM-Titelkampfs 2020 steht bereits fest, dass Rast 2021 für Audi die komplette Saison der Formel E bestreiten wird. Als Teamkollege von Lucas di Grassi tritt er in der Elektrorennserie erstmals auf Vollzeitbasis an, nachdem er dort in den Saisons 2015/16 und 2019/20 (jeweils in Berlin) einzelne Starts absolviert hat.

Die Frage ist, ob Rast 2021 möglicherweise ein Parallelprogramm aus Formel E und der dann neuen DTM für Audi bestreiten könnte? "Mein Hauptprogramm im Motorsport wird 2021 die Formel E sein, aber ich bin natürlich auch an der DTM interessiert", lässt Rast auf seinem Instagram-Account wissen.

Warten auf den DTM-Kalender

Ob sich die beiden Programme kombinieren lassen, wird vor allem von den beiden Rennkalendern abhängen. Während der Formel-E-Kalender 2021 bereits vorliegt, trifft dies auf den DTM-Kalender 2021 noch nicht zu.

"Einen Kalender abzustimmen ist grundsätzlich schwierig", bemerkt DTM-Boss Gerhard Berger und gibt zu: "Für uns ist vielleicht weniger die Formel E relevant, sondern in erster Linie geht es um die Formel 1. Denn es ist immer schwierig, wenn du im TV die Formel 1 gegen dich laufen hast."

Gerhard Berger erklärt, wovon die Kalenderplanung in der DTM abhängt

Gerhard Berger erklärt, wovon die Kalenderplanung in der DTM abhängt<span class="copyright">ITR</span>
Gerhard Berger erklärt, wovon die Kalenderplanung in der DTM abhängtITR

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"Das zweite wichtige Thema", so Berger weiter, "sind für uns die 24-Stunden-Rennen wie Spa oder Le Mans. Denn wir haben immer Fahrer bei uns, die auch gerne diese Events mitmachen. Und dann kommt natürlich auch Formel E. Aber man kann nie alles unter einen Hut bringen. Wir haben ja auch Vorgaben."

Als Beispiel für solche Vorgaben nennt der DTM-Boss das Stadtrennen auf dem Nürnberger Norisring: "Da gibt es dann einen Slot mit der Stadt und da kann man auch nicht viel dran herumschrauben."

Herausforderung für Kundenteams wie Rosberg

Audi-Motorsportchef Dieter Gass bemerkt mit Blick auf die DTM 2021: "Wir hatten Gespräche mit Gerhard Berger und unterstützen seine Idee. Es gibt also das ernsthafte Interesse, dass vier Audis im Feld sein werden. Sie werden aber nicht von Audi gestellt, sondern von Kundenteams. Und ich weiß noch nicht einmal, wie viele es sein werden. Vielleicht sind es sogar mehr."

Können Kundenteams wie Rosberg die Herausforderung 2021 stemmen?

Können Kundenteams wie Rosberg die Herausforderung 2021 stemmen?<span class="copyright">Audi</span>
Können Kundenteams wie Rosberg die Herausforderung 2021 stemmen?Audi

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Eine Hürde, die sich für die angesprochenen Kundenteams - im Falle von Audi sind es Abt, Phoenix und Rosberg - noch stellt: Wie bringen sie das Budget für eine DTM-Saison 2021 auf? Sollte es von Audi keine zusätzliche Unterstützung geben, müssten sie die Einsatzkosten notfalls selber stemmen. Und eben diese Kosten werden auch in der neuen DTM bei bis zu einer Million Euro pro Auto angesiedelt sein.

Eine Möglichkeit, diese Kosten teilweise oder komplett zu stemmen, wäre der Einsatz eines oder mehrerer sogenannter Pay-Driver. Bei Audi aber gibt es laut Informationen von 'Motorsport.com' durchaus das Interesse, die Werksfahrer, zu denen auch Rast gehört, weiterhin in der DTM unterzubringen.

Bestenlisten als möglicher Antrieb für Rast

Und was Rast selbst betrifft, so lässt sich sein via Social-Media kommuniziertes Interesse an weiteren DTM-Starts nicht zuletzt anhand der Statistik erklären. Die von Mattias Ekström und Gary Paffett gehaltene Marke von 23 DTM-Siegen hat Rast am zweiten Zolder-Wochenende eingestellt.

Damit ist Rast zusammen mit Ekström schon jetzt erfolgreichster Audi-Fahrer der DTM-Geschichte. In der ewigen Bestenliste noch vor ihm liegen Klaus Ludwig (38 Siege) und Rekordhalter Bernd Schneider (43 Siege).

In puncto DTM-Titeln würde Rast mit seinem dritten Titel mit Ludwig gleichziehen. Angeführt wird auch diese Bestenliste von Schneider, der fünf Titel auf dem Konto hat.

Mit Siegen und mit Titeln schon jetzt Top 3 in der DTM-Geschichte: Rene Rast

Mit Siegen und mit Titeln schon jetzt Top 3 in der DTM-Geschichte: Rene Rast<span class="copyright">Audi</span>
Mit Siegen und mit Titeln schon jetzt Top 3 in der DTM-Geschichte: Rene RastAudi

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Mit Bildmaterial von Audi AG.