Trotz Festanstellung – Behörde zwingt Afghanin, Geld vom Staat zu nehmen

Petra Spieler
Frau mit Kindern in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Hessen. (Symbolbild)

Als mir Shally erzählte, dass sie nicht mehr arbeiten dürfe, hatte ich furchtbare Angst um sie. Und um ihre Familie, die mir ans Herz gewachsen ist. Ich musste annehmen, dass sie abgeschoben würden – in ihren sicheren Tod.

Ich betreibe ein Feinkostcafé in Neuenhagen bei Berlin und habe Shally beschäftigt. Eine Frau aus Afghanistan. Shally war mit ihrer Familie 2012 nach Deutschland geflohen.

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Für mich war sie eine hervorragende Mitarbeiterin, bei meinen Gästen überaus beliebt. Dann entzog die Ausländerbehörde in Brandenburg ihr die Arbeitserlaubnis.

In der Heimat keine Überlebenschance

Wie ich erfahren habe, ist ihr Asylantrag abgelehnt worden. Deshalb darf sie nun nicht mehr in Deutschland arbeiten. Warum, ist völlig unverständlich für mich. Shally war unglaublich fleißig.

Sie hat zwei Kinder: Ihre Tochter ist 15 Jahre, ihr Sohn 14. Beide gehen zur Schule, sprechen hervorragend Deutsch und haben Freunde hier.

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Ihr Mann Raghesh hat erfolgreich eine Weiterbildung zum Fachhelfer für Sanitär- und Heizungstechnik absolviert und hat eine gute Perspektive auf Festanstellung. Aber auch er hat keine Arbeitserlaubnis mehr.

In Afghanistan droht der Familie der Tod. Denn als Hindu gehört Shally einer verfolgten religiösen Minderheit an. Auch wenn sie nicht viel über ihre Lage in Afghanistan geredet hat, weiß ich, dass sie nicht ohne Grund geflohen ist.

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Da geht es um Erpressung und Mord – richtig bedrohliche Dinge. Sie hätte in ihrer Heimat keine Überlebenschance.

Trotz Festanstellung zu Sozialhilfe gezwungen

Zum Glück habe ich dann erfahren: Shelly wird nicht abgeschoben. Aber nur, weil sie keine Papiere hat. Seitdem hat sich meine Angst in Wut...

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