Trotz Donald Trump: Wieso ich die USA immer noch liebe

Sebastian Christ
Zwei USA-Flaggen in einer Menschenmenge.

Vielleicht ist das ein schlechter Einstieg für einen Text über die deutsch-amerikanischen Beziehungen: Aber ich war neulich auf einem Konzert von David Hasselhoff.

Ich ging dort mit einem alten Freund hin, der genauso wie ich in den frühen 1980er-Jahren geboren wurde. Unsere erste Mediensozialisation fand über das Kabelfernsehen statt. Und wer um das Jahr 1990 herum noch im vorpubertären Alter war, liebte US-Serien.

Für mich war K.I.T.T., das Auto von Michael Knight (alias David Hasselhoff) die Fortsetzung von Astrid Lindgren mit anderen Mitteln.

Pippi Langstrumpf lebte allein in einer Villa und konnte Dinge tun, von denen andere Kinder nur träumten. K.I.T.T. war ein Auto, das sprechen, fliegen, rasen und nebenbei noch Probleme lösen konnte. Ich träumte davon, mir binnen eines Jahrzehnts auch ein solches Auto anzuschaffen und auf Verbrecherjagd zu gehen.

Die USA verschwinden (leider) aus unserem Alltag

David Hasselhoff war auf diese Weise der erste, der mir ein Fenster zur Erwachsenenwelt öffnete. Pippi Langstrumpf lebte in Opposition zu den Älteren. Michael Knight nahm mich in ihre Welt mit. Für ein oder zwei glückliche Jahre war er ein Vorbild für mich: Stets auf der Seite der Gerechtigkeit, für die Schwachen Partei ergreifend, das Böse bekämpfend. Eine sehr amerikanische Serie, ich weiß.

Was mir der alternde David Hasselhoff über die deutsch-amerikanischen Beziehungen vermittelte.

Was mir an jenem Tag auf der Tribüne des Berliner Friedrichstadtpalastes klar wurde: Das alles ist wirklich schon fast 30 Jahre her.

Als Hasselhoff auf der Bühne stand, und sein durchweg schon mehrere Jahrzehnte altes Repertoire verausgabte, wurden Aufnahmen auf dem riesigen Bildschirm im Bühnenbild eingeblendet, die ein Amerika zeigten, von dem ich einst geträumt hatte.

Hochhausschluchten, glänzender Chrom, Sandstrände. Und mit fortschreitender...

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