Trotz Covid-19-Impfstoff: Warum auch 2021 noch ganz im Zeichen von Corona stehen könnte!

Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Coronavirus Covid19 Impfstoff
Coronavirus Covid19 Impfstoff

Geht es dir auch so? Also ich persönlich habe noch nie erlebt, dass ein einziges Thema so lange Zeit die Nachrichten dominiert wie Corona. Seit Monaten geht es um nichts anderes mehr und die Pandemie hat auch jetzt noch die ganze Welt voll im Griff. Wir alle sind weiterhin stark in unserer Lebensweise eingeschränkt und selbst das Weihnachtsfest konnten wir nicht wie gewohnt zelebrieren.

Komischerweise haben sich rückblickend die wichtigsten Aktienmärkte in diesem Jahr aber äußerst robust gezeigt. Die großen Indizes haben sich überraschend schnell wieder von ihren diesjährigen Tiefständen im März erholt. Und der amerikanische Dow Jones markierte erst kürzlich sogar ein neues Allzeithoch. Ist hier also schon wieder alles in Ordnung?

Man könnte es fast meinen. Mittlerweile steht auch ein gemeinsam von den Unternehmen Biontech (WKN: A2PSR2) und Pfizer (WKN: 852009) entwickelter Impfstoff bereit, der in immer mehr Ländern zugelassen wird. Und weitere Impfstoffe von anderen Pharmakonzernen sollen demnächst folgen. Aber meiner Meinung nach ist dies noch lange kein Grund, schon wieder entspannt aufzuatmen.

Zerstörung könnte nachhaltig sein

Worüber mache ich mir ernsthaft Sorgen? Welche Zerstörung ist hier gemeint? Ich denke hier hauptsächlich an einzelne Branchen, die durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sehr nachhaltig geschädigt wurden. Denken wir doch nur einmal an gastronomische Betriebe, Messe- und Eventveranstalter oder natürlich die Tourismusindustrie. Hier sieht es in meinen Augen nämlich sehr düster aus.

Man sollte nicht so blauäugig sein und glauben, dass man mit einem Schnipsen des Fingers hier einfach wieder zur Normalität übergehen kann. Viele Hotels zum Beispiel stehen schon seit Monaten leer. Die ehemaligen Angestellten haben sich vielleicht schon längst eine andere Arbeit gesucht und viele Instandhaltungsmaßnahmen wurden aufgrund der unklaren Situation eventuell auch noch nicht ausgeführt.

Und so oder so ähnlich sieht es bestimmt in vielen Branchen aus, die immer noch sehr hart unter der Pandemie zu leiden haben. Also selbst wenn es ab morgen heißen würde, Reisen und Konzerte etc. sind wieder möglich, wären wahrscheinlich viele Hotels oder andere Institutionen gar nicht in der Lage, ihre Dienstleistungen sofort wieder ohne Einschränkungen anzubieten.

Die Impfung als Heilsbringer?

Auch wenn jetzt ein Corona-Impfstoff verfügbar ist, könnte es noch etwas länger dauern, bis es wieder so etwas wie Normalität geben wird. Und dies hat nicht nur mit der Impfbereitschaft der Bevölkerung, sondern schlichtweg auch etwas mit Mathematik zu tun. Aber wie ist das jetzt schon wieder gemeint?

Schauen wir uns dazu einfach die Situation hier in Deutschland einmal an. Und gehen davon aus, dass in nicht allzu ferner Zukunft Impfdosen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Doch selbst dann würde es wahrscheinlich noch sehr lange dauern, bis so viele Menschen mit dem Impfstoff versorgt sind, dass man die Pandemie hierzulande als beendet ansehen kann.

Laut einer Modellrechnung geht man hier von 60 Mio. Menschen aus, die dafür geimpft werden müssten. Aber selbst wenn man pro Arbeitstag 60.000 Impfdosen verabreichen könnte, so würde dieser Prozess also fast vier Jahre dauern. Es könnte natürlich auch ein wenig schneller gehen. Doch wir sollten uns meines Erachtens darauf einstellen, dass auch das kommende Jahr fast ausschließlich von der Coronapandemie bestimmt wird. Und es bleibt deshalb abzuwarten, wie sich dieser Umstand auf die Aktienmärkte und somit auch auf uns Investoren weiter auswirken wird.

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Andre Kulpa besitzt Aktien von Pfizer. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020