Trotz Corona: Reise-Startup ruft Millionenbewertung bei DHDL auf

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Auch privat ein Paar: Die Lambus-Gründer Hans Knöchel und Anja Niehoff.
Auch privat ein Paar: Die Lambus-Gründer Hans Knöchel und Anja Niehoff.

Mit einer Reise-App auf Investorensuche gehen – mitten in der Pandemie. Kann das gut gehen? Hans Knöchel und Anja Niehoff wollen es zumindest versuchen. 500.000 Euro will das Gründerpaar aus Osnabrück am Montag in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ für sein Startup Lambus mit nach Hause nehmen. Im Tausch bieten Knöchel und Niehoff 15 Prozent ihrer Anteile an, eine Firmenbewertung von rund 3,3 Millionen Euro.

Das Vorhaben ist ambitioniert, brachte die Corona-Pandemie das Reisegeschäft doch schon bei Aufzeichnung der Sendung im Frühjahr 2020 zum Erliegen. Dennoch glauben die Lambus-Macher an den Erfolg ihrer App: Mit der Anwendung sollen sich Reisen leichter planen und verwalten lassen als bisher. Lambus schlägt dem Nutzer etwa Reiseorte anhand von Fotos vor, zeigt Angebote für Flüge und erstellt mithilfe von Buchungsunterlagen automatisch eine Ausgabenliste, die mit Mitreisenden geteilt werden kann. „Mit Lambus hat man die gesamte Reise in der Hosentasche“, sagt Knöchel im Gespräch mit Gründerszene.

Bereits 120.000 Nutzer

Gegründet haben er und Niehoff die Firma Anfang 2019. Auf die Idee zu Lambus kam Knöchel während seiner Zeit als Programmierer im Silicon Valley. Dort nutzte er seine Urlaubstage, um in den umliegenden Yosemite National Park oder an den Lake Tahoe zu fahren. „Während die Reisen immer super waren, war die Reiseplanung recht stressig“, erzählt Knöchel. Man habe dutzende Apps benötigt, etwa um Fahrtrouten festzulegen, Reisekosten abzurechnen oder Fotos zu verwalten. „Vor allem als Gruppe war es der Horror, da unzählige Accounts bei Online-Diensten angelegt werden mussten. Das ist nicht mehr zeitgemäß“, so der Gründer.

Entsprechend groß sei das Interesse an Lambus: „Wir haben aktuell 120.000 registrierte Nutzer aus über 100 Ländern, wobei besonders Deutschland, Großbritannien, USA und Brasilien unsere Kernmärkte sind“, ergänzt Mitgründerin Anja Niehoff. Geld verdient das Startup auf zwei Wegen: Zum einen über Provisionen von Fluglinien und Autovermietungen, auf dessen Angebote Lambus in seiner App hinweist. Zu den Partnern gehören unter anderem die Deutsche Bahn, Urlaubsguru oder der Erlebnis-Vermittler Getyourguide. Zum anderen bietet Lambus seinen Nutzern gegen Aufpreis zusätzliche Reisefeatures an. Dazu gehören etwa ein Verspätungsalarm für Flüge oder Wetterinformationen. Pro Reise kostet das Paket 9,99 Euro. Vielnutzer können ein Jahresabo für rund 25 Euro wählen.

Die Konkurrenz hat ihre Dienste eingestellt

Neu ist die Idee allerdings nicht. Google experimentierte bereits vor einigen Jahren mit einen Routenplaner für Gruppenreisen und das Berliner Travel-Startup Mapify konnte mit einem ähnlichen Konzept bereits einige Millionen von Investoren einsammeln. Beide Services wurden inzwischen jedoch eingestellt. Vor allem das Aus von Mapify im Februar sorgte für Aufsehen, weil die Gründer nach eigener Aussage wegen Corona keine Perspektive mehr für das Geschäft hinter ihrer App sahen.

Für die Lambus-Gründer keine Option. „Den Gedanken, aufzugeben, hatten wir zu keinem Zeitpunkt“, sagt Niehoff. „Wir sehen nach wie vor großes Potenzial in unserem Produkt. Unser Geschäftsmodell funktioniert.“ Ob das allein reicht, um einen Investor zu überzeugen? Am Montagabend in „Die Höhle der Löwen“ wird sich das Ergebnis zeigen.

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