Immer weniger Volks- und Raiffeisenbanken – Jahresüberschuss bleibt stabil

Deutschlands Genossenschaftsbanken stemmen sich mit Gebühren und Kostensenkungen gegen die Niedrigzinsen. Das Banken- und Filialsterben geht weiter.


Deutschlands Volks- und Raiffeisenbanken stemmen sich mit Gebühren und Kostensenkungen gegen die Niedrigzinsen. Unter anderem dank Einnahmen aus Kontoführung und Zahlungsverkehr kletterte der Provisionsüberschuss der Institute im vergangenen Jahr kräftig um 8,1 Prozent auf gut 4,9 Milliarden Euro.

Unter dem Strich verdienten die Genossenschaftsbanken, die im Bundesverband der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) organisiert sind, nach vorläufigen Zahlen 2017 zusammen rund 1,6 Milliarden Euro nach 1,52 Milliarden im Vorjahr.

„Dank Kraftanstrengungen bei den Kosten und dem signifikanten Geschäftswachstum konnte das Ergebnis des Vorjahres im anspruchsvollen Umfeld einer anhaltenden Niedrigzinsphase, eines hohen Wettbewerbs und steigender regulatorischer Anforderungen gehalten werden“, bilanzierte die seit Jahresbeginn amtierende BVR-Präsidentin Marija Kolak am Dienstag in Frankfurt.


Zu verdanken war dies unter anderem auch der anhaltend robusten Konjunktur in Deutschland und nicht zuletzt dem Immobilienboom. Entsprechend legte die Summe der privaten Wohnungsbaukredite um 5,2 Prozent auf 233 Milliarden Euro zu. Für Kolak ein Grund zur Freude: „Damit stammt fast jeder vierte Euro bei Wohnungsbaufinanzierungen in Deutschland von einer Genossenschaftsbank.“

Das Filialnetz mit nun 11.108 Standorten wurde weiter ausgedünnt. Im Vorjahr waren es noch 11.787 Filialen. Fünf Jahre zuvor waren es noch mehr als 13.000 gewesen. Die Genossenschaftsbanken beschäftigten Ende 2017 146.500 Menschen, drei Prozent weniger als im Jahr davor. Nach Angaben des BVR ist der Rückgang nahezu ausschließlich darauf zurückzuführen, dass Mitarbeiter, die in Rente gingen, nicht ersetzt wurden.

Auch die Zahl der Genossenschaftsbanken in Deutschland geht nach BVR-Angaben weiter zurück: Ende vergangenen Jahres gab es noch 915 genossenschaftlich organisierte Institute zwischen Nordsee und Alpen – 57 weniger als ein Jahr zuvor.

2016 hatte die zahlenmäßig mit Abstand größte Institutsgruppe in Deutschland - vor den Sparkassen und Privatbanken - erstmals weniger als 1.000 Geldhäuser gezählt, 49 weniger als 2015. Zum Vergleich: zur Jahrtausendwende hatte es noch 1.800 Volks- und Raiffeisenbanken gegeben. Grund für den Schwund sind meist Fusionen.