Trotz apokalyptischer Zerstörung: "Mariupol wird die beste Stadt der Welt sein"

In der monatelang umkämpften südukrainischen Metropole Mariupol stehen die dort verbliebenen Menschen vor dem Nichts. Fast die gesamte Infrastruktur und die Hälfte der ursprünglich 2600 Gebäude sind nach Angaben des Bürgermeisters zerstört.

Sorgen bereiten Wadym Bojtschenko auch provisorische Grabstätten und die damit verbundene Seuchengefahr: "Die Stadt ist zu einem großen Friedhof geworden. Nach unseren vorsichtigen Berechnungen wurden in der Stadt mehr Menschen getötet als in den zwei Jahren der Besetzung durch die Nazis von 1941 bis 1943. Damals wurden etwas mehr als 10.000 Menschen getötet. Und jetzt, während der zweimonatigen Bombardierung, wurden mehr als 20.000 Menschen getötet. Aus diesem Grund sprechen wir von einer sehr schwierigen epidemiologischen Situation. Denn zu diesen chaotischen Grabstätten kommt noch die Sommerhitze hinzu. Das Abwassersystem funktioniert nicht. Auch die Müllabfuhr funktioniert nicht. Und zu allem Überfluss haben wir in Mariupol auch noch starke Regenfälle."

"Beste Stadt der Welt"

Russische Soldaten haben in Mariupol mit Aufräumarbeiten begonnen. Für die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung spricht der Bürgermeister den Militärs allerdings die Kompetenz ab.

Dennoch sagte Bojtschenko: "Solange die Bürger von Mariupol noch am Leben sind, lebt auch unser Mariupol. Wir werden auf jeden Fall unser ukrainisches Mariupol zurückbekommen. Das wird noch in diesem Jahr geschehen, und wir werden ein neues, modernes und heldenhaftes Mariupol wiederaufbauen. Es wird die beste Stadt der Welt sein. In der freien und demokratischen Welt namens Europa".

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.