Tropensturm “Irma”: erste Todesopfer

«Irma» ist einer der schwersten jemals in der Region registrierten Tropenstürme. Mit Böen von bis zu 360 Kilometer pro Stunde ist der Monster-Hurrikan auf die beiden Inseln Saint-Barthélemy und Saint-Martin getroffen. Zeitweise waren überhaupt keine Messungen möglich, weil Irma die Instrumente des französischen Wetterdienstes einfach weggeblasen hatte. In Saint-Martin wurde das Gebäude der Präfektur teilweise zerstört, Hausdächer wurden reihenweise abgedeckt.

Das französische Überseeministerium geht von mindestens zwei Toten und mehreren Verletzten aus. Aus Antigua und Barbuda wurden zunächst keine schweren Schäden gemeldet. Die Regierung der Bahamas ordnete die Evakuierung mehrerer Inseln an. Ein Hilfsteam der Vereinten Nationen reiste bereits nach Barbados, weitere Teams stehen bereit. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten in den kommenden Tagen bis zu 37 Millionen Menschen von den Auswirkungen betroffen sein.

Das Nationale Hurrikanzentrum der USA rechnet mit über drei Meter hohen Wellen, starkem Regen und Erdrutschen: “Wir erwarten, dass Irma nach Westen, Nordwesten zieht und dabei auf die nordöstlichen Leeward-Inseln nahe den Jungferninseln und Puerto Rico treffen wird. Bis Sonntag ist mit Irma in der Umgebung von Südflorida, den Bahamas, Kuba und in der Meerenge von Florida zu rechnen.”

Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rosselló Nevares rief den Notstand aus und aktivierte die Nationalgarde. Ein so gefährliches Wetterphänomen habe Puerto Rico noch nie gesehen, sagte der Regierungschef. Die Küstenregionen wurden evakuiert. Die Behörden richteten 456 Notunterkünfte mit Kapazitäten für mehr als 63.000 Menschen ein.

Die Hurrikansaison hat aber noch mehr zu bieten: mit Jose und Katia bauen sich schon die beiden nächsten Stürme auf.