Triumph von Shaun White macht Sex-Skandal wieder aktuell

Snowboard-Superstar Shaun White feierte bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang den Gewinn der Goldmedaille. Der US-Amerikaner wird nicht nur in seinem Heimatland gefeiert, doch die Aufmerksamkeit bringt auch einen Sex-Skandal aus dem Jahr 2016 wieder hervor.

Shaun White gewann sein drittes Gold in der Halfpipe. (Bild: Getty Images)

“Ich bin hier, um über Olympia und nicht über Tratsch zu sprechen”, sagte White nach seinem Triumph in der Halfpipe. Der 31-Jährige sah sich von einem Journalisten mit dem Fall Lena Zawaideh konfrontiert.

Diese hatte im August 2016 schwere Vorwürfe gegen White erhoben. Er habe sie über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder sexuell belästigt. White hatte die Vorkommnisse teilweise bestätigt, vor allem aber mit einer unbekannten Summe das Schweigen der Schlagzeugerin erkauft.

White verschickte explizite Fotos

Zawaideh und White spielte für einige Zeit zusammen in einer Musikband. Der Snowboarder nutzte seine Position als Chef der Band aus und bereitete Zawaideh wohl schreckliche Erlebnisse: “Er hat seine Hand in die Hose gesteckt und mich dann gezwungen, daran zu riechen.”

White habe sie obendrein dazu gezwungen sexuell explizite Fotos und Videos, unter anderem auch von sich selbst, anzusehen und ihr in mindestens einem Fall Gewalt angedroht.

Helden-Status wird angezweifelt

Trotz der Abfindung für Zawaideh und der anschließenden Stille rund um den Vorfall bringt der Sieg bei Olympia nun die Berichte von 2016 zurück. Das insgesamt dritte Gold bei Winterspielen und sein Status als Snowboard-Held werden durch die dunkle Vergangenheit Whites zurecht angezweifelt.

Der Snowboarder selbst wollte in Pyeongchang kein weiteres Statement abgeben. Und auch der Pressesprecher des Team USA zeigte sich wenig gesprächig: “Wir sind hier, um über die Goldmedaille und den tollen Tag zu sprechen.”