Trittin warnt Union in Diskussion über mögliche Jamaika-Koalition vor Rechtsruck

Jürgen Trittin

In der Diskussion um die mögliche Aufnahme von Gesprächen über die Bildung einer Jamaika-Koalition nach der Bundestagswahl hat der frühere Grünen-Bundestagsfraktionsvorsitzende Jürgen Trittin die Union vor einem Rechtsruck gewarnt. "Die müssen sich entscheiden, was sie eigentlich wollen", sagte Trittin am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Wollen sie jetzt nach rechts rücken, dann wird das nichts mit dieser Konstellation."

Die Grünen knüpften ein solches Parteienbündnis an "bestimmte Voraussetzungen", ergänzte der Bundestagsabgeordnete, der ein einflussreicher Vertreter des linken Grünen-Flügels ist. "Dann muss die CDU ökologischer werden, dann muss die CSU liberaler und die FDP sozialer werden." Konkrete Forderungen, etwa im Zusammenhang mit dem Streit um die von der CSU geforderten Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen machte er nicht.

In der gegenwärtigen Situation müsse zunächst die Union intern ihre künftige Positionierung in dieser und in anderen Fragen klären. "Wir sollten mal ganz gelassen zusehen und nicht über jedes Stöckchen springen", sagte Trittin im ZDF. "Das müssen die klären und nicht wir für sie." Er rechne aber damit, dass der Führungsstreit zwischen der CDU und der CSU weitergehe.

Das Wahlergebnis lässt nur ein sogenanntes Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen oder eine große Koalition aus Union und SPD zu, was die Sozialdemokraten aber ablehnen. Die AfD holte 12,6 Prozent und wurde drittstärkste Kraft nach Union und SPD, die große Verluste erlitten. Zwischen CDU und CSU läuft daher derzeit eine Debatte um die künftige Ausrichtung der Union.