Trittin skeptisch mit Blick auf Erfolgschancen von Jamaika

Trittin

Zwei Wochen nach Beginn der Jamaika-Verhandlungen hat sich Grünen-Unterhändler Jürgen Trittin skeptisch zu den Erfolgschancen geäußert. Im ARD-"Morgenmagazin" warf er Union und FDP am Freitag fehlende Kompromissbereitschaft vor. "Wir stellen fest, dass andere der Auffassung sind: Wir geben nichts", sagte Trittin. So werde "man nicht fertig werden".

Der Grünen-Politiker resümierte, dass nach zehn Verhandlungstagen zwar zwölf Themen durchgesprochen und acht Papiere erstellt worden seien. Diese Papiere würden aber vor allem zusammenfassen, worüber die vier Parteien noch ausführlicher sprechen müssten. In vier Bereichen sei es nicht mal gelungen, sich darüber zu verständigen, worüber man sich nicht einig sei. All diese Konfliktthemen in den nächsten 14 Tagen abzuarbeiten, sei "schon sportiv", sagte Trittin in der ARD.

Zu den strittigen Themen gehören die Bereiche Verkehr, Flüchtlinge und Klimaschutz. Ohne das Abschalten von Kohlekraftwerken in Deutschland seien die selbstgesteckten Klimaziele nicht einzuhalten, bekräftigte Trittin. "Niemand muss glauben, dass man mit den Grünen koalieren kann, ohne einzuhalten, was man selber versprochen hat."

Am Freitagmittag ist zum Abschluss der ersten Sondierungsphase ein Treffen von CDU, CSU, FDP und Grünen in großer Runde geplant, um ein Zwischenfazit zu ziehen. Für die kommende Woche sind weitere Verhandlungstermine vereinbart. Am 25. November wollen die Grünen den Sondierungsstand von einem Parteitag bewerten lassen und über den Beginn offizieller Koalitionsverhandlungen entscheiden.