Triple-Header: Das "Debakel" soll sich nicht wiederholen

Formel-1-Rennstall Force India ist insolvent

Der erste Triple-Header in der Formel-1-Geschichte soll nach Meinung der Teams auch der letzte gewesen sein. Am Sonntag (15.10 Uhr MEZ/RTL) steigt in Silverstone das dritte Rennen innerhalb von 15 Tagen, beim Personal habe diese Serie für Erschöpfung gesorgt, sagte Force-India-Geschäftsführer Otmar Szafnauer. Der 53-Jährige hatte die Kalendergestaltung im Juni und Juli zuletzt bereits als "Debakel" bezeichnet.
"Wir werden in der kommenden Saison etwa die gleiche Anzahl an Rennen haben", sagte Szafnauer: "Aber mir wurde gesagt, dass es keinen Triple-Header geben wird." Auch McLaren-Chef Zak Brown geht nicht von einer Wiederholung aus: "So wurde es zuletzt bei einem Treffen der Strategiegruppe besprochen. Aber ich denke, es ist noch nicht in Stein gemeißelt."
Im kommenden Jahr könnten wie in dieser Saison 21 WM-Läufe auf dem Programm stehen. Der Große Preis von Deutschland wird nicht stattfinden, dafür arbeitet Miami momentan aussichtsreich an einem Stadtrennen.
Zwei Rennen an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden sind keine Besonderheit in der Formel 1, die Events in Frankreich, Österreich und nun Großbritannien sorgten aber für ein Novum. Grund für die ungewöhnliche Terminierung war die Fußball-WM: Die Macher der Königsklasse wollten in jedem Fall eine Kollision mit dem Endspiel am 15. Juli vermeiden, um keinen Einbruch bei den Einschaltquoten zu riskieren.
Die Belastung sei in dieser Phase weniger für die Formel-1-Piloten ein Problem, so die Teamchefs, vor allem die Basis bekomme die Auswirkungen des Triple-Headers zu spüren. So muss das Equipment innerhalb weniger Tage per Lastwagen durch Europa transportiert werden.
"Die Leute, die unser Motorhome aufbauen, abbauen und transportieren, kommen in der Zeit nicht nach Hause", sagte Szafnauer: "Die Leute, die uns mit Essen versorgen, kommen nicht nach Hause. Das macht fast ein Viertel unserer Belegschaft aus." Auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hatte zuletzt bereits angemerkt, dass viele Mitarbeiter in den Sommerferien ihre Familien nicht sehen.