Trennung wäre "völliger Quatsch": Fritz stützt Prokop, sieht aber Lernbedarf

Trennung wäre "völliger Quatsch": Fritz stützt Prokop, sieht aber Lernbedarf

Für den früheren Nationaltorhüter Henning Fritz wäre eine Trennung von Bundestrainer Christian Prokop "völliger Quatsch". Man könne nach dem überraschenden Ausscheiden der deutschen Handballer in der EM-Hauptrunde "nicht plötzlich alles und jeden infrage stellen", sagte Fritz dem Mannheimer Morgen (Samstagausgabe). Prokop müsse sich "jetzt entwickeln und lernen, ein wenig gelassener zu werden. Ich traue ihm das zu, er ist ein intelligenter Trainer." 
Zugleich übte Ex-Weltmeister Fritz aber auch Kritik. "Der Bundestrainer muss auch lernen, etwas lockerer zu werden. Handball ist ein Spiel. Und ein Spiel muss Spaß machen", sagte Fritz: "Das ist wie bei kleinen Kindern. Wenn es zu ernst wird, fehlt die Leichtigkeit." 
Die Detailverliebtheit Prokops sei "erst einmal nichts Schlechtes. Ich finde das professionell. Aber in Stressmomenten überfordert es einen Spieler, wenn er zu viele Informationen bekommt – und dann verkrampft man. Wenn ein Spieler locker ist, trifft er richtige Entscheidungen", sagte Fritz.
Die Diskussionen um die angespannte Atmosphäre im Team hat Fritz wahrgenommen. "Ich kann mir vorstellen, dass da etwas nicht gestimmt hat", sagte der frühere Weltklasse-Keeper. Im Sport gehe es "immer um Sicherheit. Wenn ich diese habe, mache ich weniger Fehler. Jeder ist jetzt gefordert, dass sich diese Sicherheit einstellt. Der Trainer, die Spieler – einfach alle." 
Den Absturz ins Mittelmaß befürchtet Fritz trotz des neunten Platzes bei der EM nicht. "Wir sind weiter ein Kandidat auf weitere Titel. Die Kunst wird nun sein, mehr Konstanz und Sicherheit ins Spiel zu bekommen. Dafür braucht man eine intakte Mannschaft", sagte Fritz, der 235 Länderspiele für Deutschland bestritt und neben dem WM-Titel 2007 auch 2004 Europameister wurde.