Trends der Gamescom 2017: Noch mehr Besucher, noch mehr Aussteller und noch politischer

Das Konzept für die weltgrößte Computerspielmesse wurde am Mittwoch vorgestellt.

„The Heart of Gaming“ lautet das Motto der Gamescom 2017, und genau das soll sie sein: Das Herz des (Video-)Spielens, eine Messe der Superlative. Wenn es nach den Veranstaltern geht, wird die weltgrößte Publikumsmesse für Computer- und Videospiele in diesem Jahr die größte, politischste, beste Gamescom seit ihrem Bestehen.

In der Berliner Botschaft des diesjährigen Partnerlandes Kanada verkündeten am Mittwoch Kölnmesse-Geschäftsführerin Katharina C. Hamma und der Vorsitzende des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), Felix Falk, ihre Visionen für die Messe, die im kommenden Monat in Köln stattfindet.

Hamma vermeldete gleich eine Reihe neuer Rekorde. So wird in diesem Jahr erstmalig die Ausstellungsfläche mehr als 200.000 Quadratmeter umfassen, im Vergleich zum Vorjahr wächst sie damit um vier Prozent. Erstmals ist die Halle 1 ebenfalls Teil des Business-Bereiches, das Spielestudio Eletronic Arts, das auch eine Kölner Dependance hat, wird diesen Teil der Messe exklusiv belegen. Hamma sagte, die Nachfrage nach zusätzlichen Ausstellungsflächen sei „ein klares Zeichen, dass die Gamescom für die Branche unangefochten Europas Businessplattform Nummer eins ist.“ Der letztjährige Besucherrekord von 345.000 soll nach Möglichkeit in diesem Jahr noch übertroffen werden.

Auch bei der Zahl der Aussteller befindet sich die Gamescom 2017 auf Rekordkurs: Über 900 Aussteller werden in den Messehallen erwartet. Herausragend sei die Gamescom beim Grad ihrer Internationalität, so Hamma: „Insgesamt werden auf der Gamescom Unternehmen aus mehr als 50 Ländern vertreten sein.“ Auf Ausstellerseite werde ein Auslandsanteil von etwa 70 Prozent erreicht.

Kanada als Partnerland

Herausragend ist dabei Kanada, und das nicht bloß aufgrund seines Status als Partnerland. Das nordamerikanische Land ist hinter den USA und Japan weltweit auf Platz drei der Gesamtproduktion der kreativen Spielebranche. Deren Anerkennung als treibendem Wirtschaftszweig ist in Kanada erheblich weiter vorangeschritten als in Deutschland, Katharina C. Hamma sprach von einem „neidischen Auge“, mit dem man Richtung Kanada und auf die dortigen staatlichen Fördermöglichkeiten schaue. Kanada bringt in seinem Messebereich über 50 Unternehmen aus der heimischen Gaming-Branche unter. Spielten die Partnerländer der Gamescom in den vergangenen Jahren häufig die kleinere Rolle in der Partnerschaft, dürfte es in diesem Jahr wohl andersherum sein.

Hamma nannte Kanada bezeichnenderweise vorbildlich und die Partnerschaft eine „strategische Botschaft.“ Eine, die sich auch an Bundeskanzlerin Angela Merkel richten wird, die in diesem Jahr erstmals die Gamescom beim Messerundgang offiziell eröffnen wird. Das alleine werten die Veranstalter schon als ein wichtiges Zeichen der gestiegenen Bedeutung der Branche. BIU-Chef Felix Falk wird dann wohl auch die Möglichkeit erhalten, der Kanzlerin den Forderungskatalog seines Verbandes zur Bundestagswahl zu überreichen. Darin werden neben flächendeckender Versorgung mit schnellem Internet und einer Reform des Jugendmedienschutzgesetzes auch eine systematische Games-Förderung durch den Bund und die Anerkennung von E-Sports als Sport genannt.

Professionalisierung von E-Sport als großer Trend

Die Professionalisierung von E-Sports, also Wettbewerben am Computer oder der Konsole, sind einer der drei Trends die der BIU außerdem für die Gamescom 2017 ausgemacht hat. Falk erläuterte, kein anderer Sport habe sich in so kurzer Zeit aus der Nische zu einem Massenphänomen entwickelt. „Mit der stark steigenden Popularität nimmt auch die Professionalisierung von E-Sports zu und dies wird zunehmend auch von Wirtschaft und Politik wahrgenommen“, so Falk. Die Ankündigung des Olympischen Rats Asiens, E-Sports als offizielle Disziplin bei den Asienspielen 2022 zuzulassen, sei ein weiterer Indikator der weltweiten Wertschätzung.

Im Vordergrund der diesjährigen Gamescom soll auch das gemeinsame Erleben von Computer- und Videospielen stehen. Nie zuvor, so Falk, sei dies so einfach und vielfältig wie heute. In der Tat ist das Spielen mit Freunden der zentrale Bestandteil von Spiele-Neuheiten, die man im August in Köln ausprobieren kann. Die überaus beliebte „Star Wars Battlefront“-Reihe, deren zweiter Teil bei der Gamescom gezeigt wird, verzichtet etwa auf einen Einzelspieler-Story-Modus. Früher wäre das bei einem solchen Top-Titel undenkbar gewesen, heute stehen Online-Gefechte mit anderen Gamern im Mittelpunkt der Spielerfahrung.

Auch beim angekündigten Spiel „Mario & Rabbids Kingdom Battle“ mit der populärsten Videospielfigur der Welt Super Mario soll der Mehrspieler-Modus das Erfolgsrezept sein. „Nie gab es mehr Möglichkeiten, gemeinsam mit Familie und Freunden zu spielen“, resümierte Falk.

4K-Technologie wird eingesetzt

Der dritte Trend ist kein neuer: Die Games-Branche war schon immer Vorreiter beim Einsatz neuer Technologien und soll diese Position auch zukünftig einnehmen. Falk nennt als aktuelle Beispiele dieser Innovationskraft die 4K-Technologie, die die Hersteller Sony und Microsoft in ihren neuen Konsolenversionen standardmäßig verwenden.

Auch Virtual-Reality-Brillen, die im vergangenen Jahr noch eine Neuigkeit für die Massen waren und inzwischen immer preiswerter zu kaufen sind, gelten für Falk als weiteres Beispiel für den Willen der Games-Branche, technische Hürden immer wieder zu überwinden. Der Stellenwert der Kölner Videospielmesse ist für dabei ihn nicht hoch genug einzuschätzen: „Wer erleben möchte, wie sich die Computer-Plattform der Zukunft anfühlt, kommt um die Gamescom nicht herum.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta