Treffsicherer Klempner wird als Held von Texas gefeiert

Stephen Willeford (r.) und Johnnie Langendorf (l.) ist es wohl zu verdanken, dass der Täter keine weiteren Opfer töten konnte. (Bild: AP Photo/David J. Phillip)

26 Menschen kamen beim Attentat in der texanischen First Baptist Church of Sutherland Springs ums Leben. Ohne den Einsatz zweier Männer hätten es noch weitaus mehr werden können.

Stephen Willeford, ein 55-jähriger Klempner wird als Held gefeiert – gemeinsam mit dem 27-jährigen Johnny Langendorff. Willeford, ein früherer Schießlehrer, war es, der den Attentäter Devin Patrick Kelley unmittelbar nach seiner Tat außerhalb der Kirche konfrontierte und auf ihn schoss. Laut „Daily Mail“ wurde Willeford von seiner Tochter über das Attentat informiert. Er holte sein Gewehr und rannte barfuß aus dem Haus.

„Er sah mich und ich sah ihn. Ich stand zum Schutz hinter einem Pick-up-Truck. Ich weiß, dass ich ihn getroffen habe. Er flüchtete in sein Auto und feuerte aus dem Seitenfenster weitere Schüsse ab. Als er das Fenster schloss, feuerte ich eine weitere Salve auf ihn“, zitiert die britische Zeitung „Telegraph“ Willeford.

Daraufhin floh Kelley in seinem Auto. Gemeinsam mit seinem Nachbarn Langendorf verfolgte Willeford den Todesschützen. „Es schien, als würde jeder zur Kirche rennen. Ich bin nicht sicher, ob irgendjemand realisierte, dass er schon draußen war und in diese Richtung floh“, erzählte Langendorff „Good Morning America“. Nervös sei er nicht gewesen: „Es war eine ‚Jetzt handeln, später Fragen stellen’-Sache“.

Stephen Willeford und Johnnie Langendorff liegen sich in den Armen. (Bild: AP Photo/David J. Phillip)

Im Zuge der Verfolgungsfahrt verlor Kelley die Kontrolle über sein Auto und kam von der Straße ab. Möglicherweise habe er sich mit einem Schuss in den Kopf selbst das Leben genommen, so die Annahme. Kurz zuvor soll Kelley noch seinen Vater angerufen haben und ihm gesagt haben, er sei angeschossen worden und nicht sicher, ob er das überleben würde.

Der Attentäter soll mit rund 153 km/h gefahren sein und telefoniert haben – Willeford hielt die ganze Zeit das Gewehr auf ihn. Als Kelley die Kontrolle über den Wagen verlor, habe Willeford sein Auto in den Parkmodus gebracht und sei ausgestiegen. „Der andere Gentlemen sprang raus und hielt das Gewehr auf ihn. Er hat sich nicht bewegt“, so der Klempner gegenüber dem Newsender „KSAT12“.

Wie Langendorff auf seiner Seite schreibt, wird er seitdem mit Lob überhäuft. Auch Willeford wird als Held gefeiert.