Wie Travelperk den Markt mit Geschäftsreisen umwälzen will

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Wie Travelperk den Markt mit Geschäftsreisen umwälzen will

Das Start-up Travelperk will Unternehmen die Geschäftsreisen erleichtern – und bekommt nun finanzielle Unterstützung in Millionenhöhe.


Geschäftsreisen können mühsam sein: Zu wenig Beinfreiheit im Flugzeug, das Hotelzimmer zum lauten Hinterhof und der Termin mit dem Kunden dann doch eher enttäuschend. Manchmal beginnt das Mühsal aber schon ganz am Anfang – beim Buchen.

Das mühsame Zusammensuchen von Angeboten, die Absprache mit dem Chef, was denn an Budget drin ist und dann noch das Zusammensuchen der Rechnungen für die Kollegen vom Controlling. Dabei könnte es doch so einfach sein.

Das zumindest denken Avi Meir und Javier Suarez – die beiden gründeten 2015 ihr Unternehmen Travelperk, das Geschäftsreisen einfacher machen will und viele Prozesse auf einer Plattform abbilden will. Statt auf verschiedenen Portalen nach geeigneten Angeboten zu suchen, gibt es bei Travelperk alles zusammengefasst – von Airbnb bis Expedia.

Gleichzeitig filtert die Plattform die Angebote heraus, die nicht zur Unternehmenspolitik passen. Hat der Chef im Sparzwang seinem Management zum Beispiel Flüge mit der Business-Class verboten, tauchen die gar nicht mehr. Apropos Sparzwang: Das Programm soll auch erlauben, das Budget im Blick zu behalten und sammelt fleißig alle Buchungsbelege der Mitarbeiter in einem Tool.

Es ist ein Milliardenmarkt, auf denen sich die beiden Gründer umtun. Allein in Deutschland betrugen Berechnungen zufolge die Kosten für Geschäftsreisen im Jahr 2016 51,6 Milliarden Euro. Größter Konkurrent der Spanier ist in Deutschland das Berliner Start-up Comtravo.

Bei Privatreisen haben digitale Angebote den Markt bereits radikal verändert. Nun wollen die Start-ups die Geschäftsreisen digitalisieren. Das weckt das Interesse prominenter Investoren.

Obwohl der Markt mit den Geschäftsreisen in etwa gleich so groß sei, wie das Geschäft mit Urlaubsreise, sei sei der Markt technisch in den 90er Jahren stehengeblieben, sagt Mitgründer Meir dem Handelsblatt: „Mit den etablierten Marktteilnehmern und veralteten Corporate Tools, die niemand mag aber jeder nutzt, weil es nichts anderes gibt.“ Jeder, der beruflich viel reise, erzähle das Gleiche, meint Meir: „Das Buchen und Verwalten von Geschäftsreisen auf die alte Art ist sehr frustrierend.“


Zu den Kunden des Unternehmens zählen kleine und mittelständische Unternehmen, Start-ups, aber auch bekannte Unternehmen wie Airbus oder Uber. Nach eigenen Angaben nutzten das Portal bereits 1.000 Kunden.

Und so glauben auch namhafte Investoren an die Durchschlagskraft des Start-ups: Zu den bestehenden Investoren zählt beispielsweise Spark Capital, die bereits Geld in Plattformen wie Twitter oder den Nachrichtendienst Slack steckten. Nun sammelt das Start-up in der nächsten Finanzierungsrunde 21 Millionen US-Dollar ein. Neben den bereits bestehenden Investoren kommt damit auch der Berliner Wagniskapitalgeber Target Global an Bord, der bereits in Start-ups wie Delivery Hero und Auto1 investiert hat.

Shmuel Chafets, General Partner bei Target Global glaubt nicht nur an den Erfolg des Start-ups, sondern auch das Team: „Das Team bringt beeindruckende Erfahrung und Expertise aus diesem Bereich mit – sie wissen, was funktioniert und was nicht. Wir glauben an die Gründer, und dass sie das Knowhow und die Ambition mitbringen, um europäischer Marktführer im Bereich der Geschäftsreisen zu werden.“

Wachsen will das Unternehmen vor allem auch in Deutschland. Dabei könnten sie sich auch Rat bei einem erfahrenen Gründer holen. Zu ihren Investoren zählt auch Niklas Östberg, Mitgründer und CEO von Delivery Hero.