Trauriger Rekord: Deutschland ist EU-Spitzenreiter im Verpackungsmüll

Viele Verpackungen lassen sich ganz einfach einsparen – wir verraten, wie es klappt. (Bild: Getty Images)

Eigentlich sollten wir es inzwischen wissen: Plastik- und Verpackungsmüll ist schlecht für die Umwelt. Die Statistik spricht eine andere traurige Sprache: Deutschland ist europaweit Spitzenreiter im Verbrauch von Verpackungsmüll. Heißt in Zahlen des Umweltbundesamtes: 18,16 Millionen Tonnen fielen im Jahr 2016 an. Das waren enorme 220,5 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Ist das wirklich nötig? Wie können wir solche Zahlen vermeiden? Wir haben Tipps zusammengestellt, mit denen sich der Verpackungsmüll erheblich reduzieren lässt.

Die Gründe für den deutschen Rekord an Plastik und Co. sind vielfältig. Zum einen werden neue Verpackungen mit zusätzlichen Funktionen entwickelt, wie spezielle Verschlüsse und Dosierhilfen. Zum anderen steigt der Trend zum schnellen To-Go-Essen, Lebensmittel-Lieferdiensten und kleinen Portionen statt Großpackungen. Wer nun denkt, man müsse Plastik vermehrt durch Glas und ähnliche alternative Stoffe ersetzen, ist auf dem Holzweg.

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Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes, rät stattdessen: „Kunststoff durch andere Verpackungsmaterialien zu ersetzen, ist nicht immer ökologisch sinnvoll. Besser ist es, weniger Verpackungsmaterial zu nutzen und die Verpackungen weniger aufwändig zu gestalten.“

Weniger Verpackungen. Das ist das Ziel, auf das wir in Deutschland hinarbeiten sollten, um solche negativen Zahlen in Zukunft zu vermeiden. Klingt doch ganz einfach. Und das ist es tatsächlich auch. Denn mit ein paar simplen Methoden kann jeder dazu beitragen, seinen persönlichen Verbrauch von unnötigem Kunststoffmüll zu reduzieren.

1. Leitungswasser statt Plastikflaschen

Viele Menschen schleppen sich mit Wasser in Plastikflaschen einen krummen Rücken. Billiger und kraftsparender ist es, einfach den Wasserhahn aufzudrehen. Denn das deutsche Leitungswasser ist in fast allen Regionen bedenkenlos trinkbar.

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Mehr noch: die Qualität ist oft höher als die von abgefüllten Sorten. Wer es prickelnd mag, kauft sich einen Wassersprudler mit wiederverwendbaren Flaschen.

2. Frischetheke statt Kühlregal

Anstellen für Wurst, Käse und Fleisch? Ja! Denn die abgepackten Varianten haben mehr Plastik, dafür weniger Inhalt und sind in vielen Fällen auch noch teurer als die gleiche Menge frische Ware, die an der Theke angeboten wird. In immer mehr Supermärkten können die Kunden sogar ihre eigenen Dosen mitbringen, in die die Ware dann direkt gepackt wird.

3. Kein Gemüse und Obst in Plastik

Absurd und doch leider wahr: Häufig ist es gerade Bio-Gemüse und Obst, das zusätzlich in Plastik verpackt wird. Aber auch für die lose Ware liegen im Supermarkt die Plastiktüten stets in Rollen bereit, um sie zu transportieren. Unnötig!

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Wenn es gar nicht ohne geht, lieber eigene Einkaufsnetze oder Papiertüten verwenden. Oder gleich die tägliche Dosis Vitamine auf dem Wochenmarkt kaufen.

4. Pfandgläser- und flaschen statt Plastikbecher

Viele greifen bei den Molkereiprodukten sofort zu den kleinen Plastikbechern mit Joghurt. Umweltfreundlicher sind die Pfandgläser. Wer sie nicht zurückbringen mag, verwendet die Behälter eben als Vorratsglas oder für Eingemachtes. Auch bei der Milch öfter mal auf Pfandflaschen setzen.

5. Hausmittel statt Reinigungsmittel

Die Werbung suggeriert uns gerne, dass wir für jeden Fleck und jede Oberfläche einen speziellen Reiniger brauchen. Und ehe man sich versieht, steht in der Abstellkammer eine giftige Phalanx an bunten Chemikalien in Plastikflaschen, die wir beim Putzen immer auch einatmen. Die guten alten Hausmittel aus Großmutters Zeiten sind hier eine super Alternative. Einfach mal ausprobieren und mit Zitronensäure, Natron, Soda und Essig die meisten Putzmittel ersetzen.

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Fazit: Keiner muss sich der Zero-Waste-Bewegung anschließen oder nur noch im Unverpackt-Laden einkaufen. Aber wenn jeder auch nur einen dieser Tipps auf Dauer umsetzt, ist schon viel gewonnen.