"Traurige Mono-Show": "Perfektes Dinner"-Runde genervt von notorischem Besserwisser

·Lesedauer: 4 Min.

Nachhaltigkeits-Mottowoche bei "Das perfekte Dinner" auf VOX: Noch nachhaltiger als die gewählten Zutaten und der reduzierte Wasserverbrauch war nur der Ärger über "Klugscheißer" Ralf aus Franken. Der nahm die Bezichtigung als Kompliment - patzte aber unter großer Schadenfreude am Finalabend.

Beim
Beim

Man hätte es ahnen können. Dass eine Nachhaltigkeits-Mottowoche bei "Das perfekte Dinner" etwas kopflastig geraten würde - eine echte Überraschung war das nicht. So wurde in der beliebten VOX-Reihe viel wie selten über den kulinarischen Tellerrand geblickt. Der eine rechnete auf den Liter genau den geringen Wasserverbrauch seines Menüs vor - die nächste gab ökobewusste Haushaltstipps. "Es ist nicht so, dass ich stinke oder so ...", hob Donnerstags-Gastgeberin Fiona (29) an. "Aber man kann ein T-Shirt auch mal raushängen und noch mal anziehen und nicht gleich in die Wäsche hauen."

Den Vogel schoss in der Mottowoche jedoch der einzige Fleisch-Fan der Runde ab. Am Montag rügte Gewürz-Sommelier Ralf (46) Modedesignerin Barbara (30), zur falschen Zimtsorte gegriffen zu haben. Am Dienstag hätte er Nachhaltigkeits-Forscherin Phoebe (25) bei der Küchenvisite um ein Haar die Tonkabohne aus der Hand geschlagen: "Du, ich würde sagen, es reicht! Aber es ist dein Gericht ..."

Barbara und Chris im Küchen-Zwiegespräch: Wirkliche Freunde wurden die beiden in der
Barbara und Chris im Küchen-Zwiegespräch: Wirkliche Freunde wurden die beiden in der

 

"Das perfekte Dinner" (VOX): "Einfach nur ein cleverer Klugscheißer"

Am Donnerstag bei Gastgeberin Fiona in München wurde es der Konkurrenz endgültig zu bunt. Als Ralf auch beim harmlosen Stichwort "Banane" meinte, zum Vortrag ausholen zu müssen, stöhnte der Münchner Chris (32) auf: "Ralf, du weißt zu viel!" Phoebe hatte ihn da schon durchchaut: "Er lenkt die Themen einfach gekonnt auf Sachen, die er weiß. Er ist einfach nur ein cleverer Klugscheißer." Und Ralf? Der fühlte sich geschmeichelt: "Die Betonung liegt auf clever." Übel nahm er die Bezeichnung offenkundig nicht: "Ist mir schon oft gesagt worden, dass ich ein Klugscheißer bin."

"Ich will ehrlich sein: Es wird mit Abstand das Aufwendigste", stapelte der Gewürz-Fachmann vor "seinem" Finalabend nicht eben tief. Blöd nur: Die Vorfreude hielt sich nicht nur bei Wasser-Experte Chris sehr in Grenzen: "Ich will unvoreingenommen sein, aber so richtig Lust darauf habe ich aktuell nicht."

Gelacht wurde im fränkischen Pressig (bei Coburg) dann aber doch sehr herzlich. Der Grund: Chris hatte vom stillen Örtchen Toilettenlektüre mitgebracht: "In 100 Sitzungen zum Klugscheißer". Die Runde kringelte sich: "Da wird uns einiges klar." Gastgeber Ralf strotzte derweil unverdrossen vor Selbstvertrauen. Er wolle alles "a weng ganz anders" machen, tönte der Familienvater (vier Kinder): "Eine meiner Stärken ist die Kreativität, Scheiße als Gold zu verkaufen."

Er wollte
Er wollte

 

Die Runde jubelt: "Jetzt isser nervös!"

So richtig glänzen konnte der Franke mit dem ersten nicht-veganen Menü der Nachhaltigkeitswoche dennoch nicht. Und das, obwohl fast sämtliche Zutaten frisch in dem Tropenhaus (Menü-Motto: "Frankenwald trifft Regenwald") gepflückt wurden, in dem Ralf als wissenschaftlicher Leiter arbeitet. Der allgemeine Tenor zur Papaya-Rohkost-Vorspeise: "Hat ein bisschen der letzte Pfiff gefehlt."

Beim Hauptgang wurde es nicht besser. Auch, weil der Backofen-Barsch Probleme machte. Am Tisch sorgten die unverhofften Kalamitäten für unverhohlene Schadenfreude. "Jetzt isser nervös!", jubelte die Runde ungeniert. Modedesignerin Barbara: "Der hat uns immer kleingeredet, ich fand es gut zu sehen, dass er genauso gelitten hat wie wir."

Die Teilehmerinnen und Teilnehmer der Nachhaltigkeits-Mottowoche beim
Die Teilehmerinnen und Teilnehmer der Nachhaltigkeits-Mottowoche beim

 

"Dausend verschiedene Deller"

"Dausend verschiedene Deller - die größte Herausforderung meines Lebens", stöhnte der Gastgeber im fränkischen Idiom überraschend kleinlaut. Fiona erkannte ein Muster: "Er kann sich ein bisschen schlecht reduzieren, das merkt man beim Reden, und das hat sich beim Essen widergespiegelt." Vollauf zu überzeugen vermochte erst der Dessert-Teller "Klein Eden" ("saisonale tropische Früchte aus dem Frankenwald in unterschiedlichen Varianten"). Auch wenn schon wieder mehr doziert als gegessen wurde.

Als Barbara Experte Chris um eine Einschätzung des Wasserverbrauchs befragte, antwortete trotzdem der Gastgeber. "Stopp, Stopp, Stopp!", intervenierte Barbara resolut. "Ich hab' bewusst Chris gefragt, damit es keine Mono-Show wird!" - "Traurig" nannte es die Modelabel-Gründerin später vor der Kamera, wenn Gäste nicht anders zu Wort kämen.

Bewertet - bei solchen Verwerfungen keine Selbstverständlichkeit - wurde dennoch fair. Viermal die 8 für Ralf ergab solide 32 Punkte. Siegerin der Nachhaltigkeitswoche beim "perfekten Dinner" wurde jedoch Jazzmusikerin Fiona aus München mit 38 Punkten. Auf den weiteren Plätzen folgten Chris (36), Ralf (32), Barbara (29) und Phoebe (27).

Barbara bemühte sich nach Kräften, dass Ralf keine
Barbara bemühte sich nach Kräften, dass Ralf keine

 

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.