Transgender-Frauen aus dem US-Militär verklagen Donald Trump

Im Präsidentschaftswahlkampf hatte Donald Trump versprochen, sich für die LGBT-Community einzusetzen. (AP Photo/Matt Rourke)

Tweets mit harten Konsequenzen: Nachdem Donald Trump via Twitter angekündigt hatte, Trans-Personen vom Militärdienst ausschließen zu wollen, klagen nun mehrere Mitglieder der Streitkräfte.

Donald Trump hat vor und während seiner Amtszeit bereits oft bewiesen, wie schnell er mit ein paar Tweets einen Skandal verursachen kann. Einen weiteren Höhepunkt in dieser Reihe bildet nun der 26. Juli: Mit drei Tweets kündigte der US-Präsident kurzerhand an, Trans-Personen künftig vom Militärdienst ausschließen zu wollen – und damit eine Entscheidung der Regierung seines Vorgängers Barack Obama rückgängig zu machen.

„Nach Rücksprache mit meinen Generälen und Militärexperten teile ich hiermit mit, dass die Regierung der Vereinigten Staaten in keinem Maße Transgender-Personen im US-Militär akzeptieren oder erlauben wird. Unser Militär muss sich auf entscheidende und überwältigende Siege konzentrieren und darf nicht mit den enormen medizinischen Kosten und Störungen belastet werden, die Transgender im Militär mit sich bringen würden. Danke“, schrieb Trump und sorgte damit für heftige Kritik.

Als Transgender werden Menschen bezeichnet, die sich im falschen Körper geboren fühlen, sowie solche, die sich keinem eindeutigen Geschlecht zuordnen können oder wollen. Unter den 1,3 Millionen aktiven Mitgliedern der US-Streitkräfte gibt es „Zeit Online“ zufolge zwischen 1320 und 15000 Transgender-Menschen.

Fünf Angehörige der US-Streitkräfte haben sich nun zusammengetan und gegen den Präsidenten und mehrere hohe Militärbeamte Klage eingereicht. Vertreten von der LGBT-Rechtsbeistandsorganisation GLAD und dem Nationalen Zentrum für die Rechte von Lesben erklären sie, dass Trumps reaktiviertes Transgender-Verbot verfassungswidrig sei. Im Wahlkampf hatte sich Trump übrigens noch für seine Unterstützung der LGBT-Community ausgesprochen.

Zwar betonte Marine-General und Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs, Joe Dunford, laut „Politico“, dass ein Tweet keine offizielle Gesetzesentscheidung darstelle – zumal seit der Veröffentlichung des Statements keine offizielle Maßnahmen im Bezug auf Trans-Menschen im Militär ergriffen wurden – dennoch verdeutlicht die Klageschrift, dass die Betroffenen bereits durch die Tweets selbst Schaden genommen haben.

„Da sie sich im Vertrauen in die früheren Versprechungen aus der Obama-Ära als Transgender identifiziert haben, haben die Kläger die Stabilität und Sicherheit verloren, die sie in ihren Karrieren hatten“, erklären die Anwälte der anonymen Klageparteien im eingereichten Schreiben. Somit wären die Betroffenen verunsichert, ob sie entlassen werden würden oder in Zukunft Anspruch auf Rentenleistungen hätten.

„Seit sie sich als Transgender geoutet haben, haben die Kläger ehrenhaft und erfolgreich im Militär gedient, und ihr Transgender-Status hatte keinerlei nachteilige Auswirkung auf ihre Fähigkeit zu dienen oder ihre Pflichten zu erfüllen“, heißt es weiter.