Transgender Europe und weitere Organisationen begrüßen Karlsruher Beschluss

Die Forderung des Bundesverfassungsgerichts nach einem dritten Geschlecht für den Eintrag im Geburtenregister ist von mehreren Organisationen begrüßt worden. Der "bahnbrechende" Karlsruher Beschluss sei ein "Signal der Hoffnung", erklärten unter anderen die Gruppen Transgender Europe, Organisation Intersex International Europe und die Bundesvereinigung Trans am Mittwoch in Berlin. Der Gesetzgeber müsse nun rasch handeln und das bisherige "archaische System" ändern.

René Hornstein vom Vorstand der Bundesvereinigung Trans erklärte: "Sich nicht als Mann oder Frau zu identifizieren darf nicht dazu führen, von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen zu werden oder gar weniger vor Diskriminierung geschützt zu sein". Nun sei der Gesetzgeber aufgefordert, diesen und vergangene Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts zur Situation transgeschlechtlicher und intersexueller Menschen zu berücksichtigen und in Gesetzesvorhaben umzusetzen.

Die Karlsruher Richter hatten entschieden, intersexuellen Menschen, die weder männlich noch weiblich sind, solle ermöglicht werden, ihre geschlechtliche Identität "positiv" eintragen zu lassen. Zur Begründung verwies das Gericht auf das Persönlichkeitsrecht. Der Gesetzgeber muss nun laut Karlsruhe bis Ende 2018 eine Neuregelung schaffen, in die als drittes Geschlecht neben "männlich" und "weiblich" noch etwa "inter", "divers" oder eine andere "positive Bezeichnung des Geschlechts" aufgenommen wird.