Erster Abgang fix! Diese Barca-Stars könnten noch gehen

Lukas Scherbaum

Der FC Barcelona sortiert seinen Kader für die Rückrunde.

Leistungstechnisch läuft es beim Tabellenführer in La Liga ausgezeichnet. Vor der sehr kurzen Winterpause (am 4. Januar startet Barca in die Rückrunde) gewann das Team von Ernesto Valverde überzeugend mit 4:1 gegen Deportivo Alavés im heimischen Camp Nou. Auch in der Champions League konnte sich Barca vor der starken Konkurrenz, bestehend aus Borussia Dortmund und Inter Mailand, den ersten Platz sichern - und trifft nun im Achtelfinale auf die SSC Neapel.


Im Kader der Katalanen gibt es jedoch einige Fragezeichen. Von Stars, die wechseln wollen, bis zu Nachwuchsspielern, die mehr Einsatzminuten benötigen - und ein Abgang steht bereits fest.

SPORT1 gibt einen Überblick, welche Spieler Barca im Winter verlassen könnten.

Carles Alená

Im zentralen Mittelfeld hatte es das Eigengewächs im bisherigen Saisonverlauf schwer. Der 21-Jährige kam lediglich in fünf Partien (zwei über 90 Minuten) zum Einsatz und haderte mit seinem Status unter Valverde. Sein Talent ist unverkennbar, dennoch investierte Barca bekanntermaßen 75 Millionen Euro und holte Frenkie de Jong aus Amsterdam, anstatt auf den ein Jahr jüngeren Alená zu setzen.

Weil die Konkurrenz so groß ist, sucht Alená bis Saisonende nun bei einem Ligarivalen Spielpraxis: Wie beide Vereine am Samstagmittag bestätigten, wechselt der spanische U21-Nationalspieler bis Saisonende auf Leihbasis von Barca zu Betis Sevilla.


Bei Betis spielt mit Marc Bartra ebenfalls ein in La Masia, der Jugendakademie Barcas, ausgebildeter Spieler. Er könnte Alená unter die Arme greifen. Auch Betis-Trainer Rubi startete seine Karriere als Coach einst bei Barca und soll die Fähigkeiten Alenás zu schätzen wissen.

Dass ein Verkauf von Alená für Barca aktuell jedoch nicht infrage kommt, zeigt die Tatsache, dass die Vereinbarung mit Betis keinerlei Kaufoption beinhaltet: Zu wichtig ist es Klubpräsident Josep Maria Bartomeu, die Eigengewächse langfristig im Kader der Blaugrana zu integrieren. Alená kann sich beim spanischen Meister immer noch durchsetzen. Die Rückrunde als Stammkraft in Sevilla zu absolvieren, kann ihm dabei nur helfen.

Ivan Rakitic

Der kroatische Vizeweltmeister von 2018 bekam im Sommer Frenkie de Jong vor die Nase gesetzt. In der ersten Hälfte der Hinrunde kam Rakitic daher kaum zum Einsatz. Mit seinem Frust darüber hielt er nicht hinter dem Berg.

"Ich kann die Situation nicht verstehen, weil ich spielen will", sagte der 31-Jährige im Gespräch mit der Marca Ende November. "Wie fühlt sich meine kleine Tochter, wenn man ihr ein Spielzeug wegnimmt? Traurig. So ergeht es mir derzeit. Sie haben mir den Ball weggenommen. Das macht mich traurig", schilderte Rakitic sein Dasein als Reservist.


Top-Klubs wie Juventus und Inter Mailand wurden des Öfteren als Interessenten genannt, wenn es um einen Winterwechsel Rakitics geht.

Doch dann kam der Umschwung: Valverde setzte im Dezember mehr auf Rakitic, zeigte ihm, dass er in wichtigen Spielen zu seinen Chancen kommt. Beim letzten Gruppenspiel in der Königsklasse durfte Rakitic eine junge Barca-Elf als Kapitän anführen. Bei den Highlights in La Liga gegen Atlético Madrid sowie im Clásico stand er jeweils über 90 Minuten auf dem Feld.

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Und plötzlich spricht Rakitic nicht mehr von Abschied, sondern von einem Verbleib in Barcelona. "Wenn ich spielen darf, gibt es keinen besseren Ort als Barca. Ich will jeden Tag genießen und falls es hier sein kann, umso besser." So weit, so gut. Doch in Spanien wird weiter über einen Wechsel diskutiert. Das liegt vor allem daran, dass er ein künftiges Wunschziel bereits bekanntgegeben hat.

Anfang Dezember verriet er bei El Desmarque: "Mein Traum ist es, irgendwann in Zukunft noch einmal das Sevilla-Trikot zu tragen." Bei den Andalusiern reifte Rakitic zwischen 2011 und 2014 zum Weltklasse-Spieler. In dreieinhalb Jahren absolvierte er 149 Pflichtspiele und erzielte dabei 32 Tore. Zudem bereitete er 41 Treffer vor. 2013/14 gewann er die Europa League mit Sevilla und wechselte anschließend nach Barcelona.

Sollte sich Sevilla für die Champions League qualifizieren, wäre ein Wechsel im Sommer wohl eine runde Sache für alle Beteiligten. Rakitics Vertrag läuft im Juni 2021 aus, kommenden Sommer kann Barca also noch eine Ablöse für den dann 32-Jährigen kassieren. Ein Abgang im Winter scheint derzeit allerdings ausgeschlossen, da Rakitic seine Wichtigkeit für das Team in der Hinrunde nachweisen konnte.


Arturo Vidal

Die Situation beim "Krieger" glich zunächst der von Rakitic. Der Chilene ist jedoch auch jetzt noch weit davon entfernt, Stammkraft zu sein. Mit seinen nun 32 Jahren bringt Vidal einiges an Erfahrung mit, weiß aber auch, dass die Uhr seiner Karriere tickt. Sein Vertrag läuft ebenfalls 2021 aus.

Seit Monaten wird Vidal mit Inter Mailand in Verbindung gebracht. Inter-Coach Antonio Conte will den Mittelfeld-Allrounder unbedingt in seinem Team haben. Zur Not erst im Sommer, noch lieber allerdings im Winter. Die Nerazzurri sollen, das berichtet die Gazzetta dello Sport, bislang um die zwölf Millionen Euro bieten, Barca jedoch rund 20 Millionen fordern. Auf einen Vertrag bis 2022 sollen sich Inter und Vidal schon geeinigt haben.

Vor dem Abflug in seine private Winterpause wurde Vidal gefragt, wie er seine Zukunft angehen möchte. "Das ist eine Sache, die ich jemand anderem (seinem Berater, Anm. d. Red.) überlasse. Ich mache mir nicht zu viele Gedanken darüber und mache jetzt erst mal Urlaub. Ich habe meinen Job erledigt und mein Agent ist derjenige, der sich darum kümmert", erklärte der Chilene.

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Wenngleich er hinterschob, er sei zufrieden in Barcelona, klingt echte Vorfreude auf die Rückrunde in Spanien anders. Dass Vidal seinen Arbeitgeber nun auch noch wegen angeblich noch ausstehender Gehaltszahlungen verklagte, dürfte das Verhältnis zwischen Barca und dem Chilenen nicht gerade verbessern.

Sollte Inter das Angebot für Vidal erhöhen, ist ein Wechsel im Januar durchaus realistisch - eventuell per Leihe mit Kaufoption.

Jean-Clair Todibo

Sommerschnäppchen Todibo (kam für eine Million Euro aus Toulouse) kam bislang in drei Pflichtspielen zum Einsatz und machte seine Sache für einen 19-Jährigen ordentlich. Nachdem sein französischer Landsmann Samuel Umtiti nach langwieriger Verletzung wieder fit ist, gibt es für Todibo aber kaum Möglichkeiten, sich zu zeigen.

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Auch bei ihm scheint ein Leihgeschäft am sinnvollsten. Aufgrund seiner niedrigen Ablöse soll Barca jedoch auch bereit sein, eine Kaufoption zu vereinbaren. Die Liste an Interessenten ist lang. Als Favoriten gelten derzeit der AC Milan und Bayer Leverkusen. In der Premier League werden Southampton und Everton genannt und in Frankreich soll Monaco ein Auge auf den jungen Innenverteidiger geworfen haben.

Moussa Wagué

Der 21 Jahre alte Außenverteidiger kommt ebenfalls erst auf drei Pflichtspieleinsätze. Der im Sommer beförderte Nachwuchsmann (kam von der zweiten Mannschaft) offenbarte defensive Schwächen, weshalb Sergi Roberto im Laufe der Hinrunde erneut als erste Option hinter Nelson Semedo auf der rechten Abwehrseite zurückkehrte.

Barca würde Wagué wohl bei einem guten Angebot abgeben. Bisher gibt es jedoch offenbar keine Klubs, die sich konkret nach ihm erkundigt haben.