Trainingscamp: Fußball versteht sich von selbst

Warum auch Menschen mit Hörverlust, wie der Porzer Maurice Kliemant, Fußballprofi...

Leben ohne Einschränkungen - unter diesem Motto fand nun schon zum zweiten Mal ein Camp für Fußballfans mit Hörverlust statt. Mit dabei war Maurice Kliemant aus Wahnheide. Der 13-Jährige spielt derzeit bei der Vg Wahn-Grengel, sein größter Wunsch ist es, Fußballprofi zu werden. Als Vorbild hat er sich dabei keinen geringeren als Christiano Ronaldo ausgesucht: "Ronaldo ist mein Lieblingsspieler, außerdem ist sein Trainingsfleiß für mich ein Ansporn", meint Kliemant. Mit seinem Ehrgeiz ähnelt er Simon Ollert, einem der wenigen Profifußballer mit Hörverlust. Der spielt bei Memmingen in der Regionalliga Bayern, davor mit dem FC Ingolstadt in der Ersten Bundesliga. Um auch andere zu motivieren, ihre Träume trotz Beeinträchtigungen zu verfolgen, organisierte er im Frühjahr 2016 gemeinsam mit dem Hörgerätehersteller Phonak das erste internationale Fußballcamp im oberbayrischen Ettal. "Die 42 Teilnehmer haben unterschiedliche Grade von Hörverlust und kommunizieren mittels Fingeralphabet, Lippenlesen und Flipcharts", erläutert Jan Fross, Pressereferent von Phonak. Nach einer Kennenlernrunde, folgten Videobotschaften von Profifußballern wie Jerome Boateng, die das Camp unterstützen. Danach stand für die jungen Nachwuchsspieler jede Menge Training an, neben Simon Ollert standen auch die Bender-Zwillinge Sven Bender und sein Bruder Lars - beide von Bayer Leverkusen - mit Rat und Tat zur Seite.

Doch wie können die gehörlosen Spieler später in eine Mannschaft integriert werden? "Unsere Erfahrung ist, dass Fußball an sich schon integriert, dafür braucht man nicht unbedingt eine Stimme", erklärt Jan Fross. Beim Camp sei auch ein Junge aus Russland mit dabei gewesen, der weder Englisch noch Deutsch sprach, trotzdem war dies kein Problem. Mit dem nötigen Talent und Fleiß sei es so auch für andere Nachwuchsspieler möglich, einmal Fußballprofi zu werden, ist sich Fross sicher.

Diese Botschaft hat auch Maurice Kliemant mitgenommen, für ihn war das Camp eine unvergessliche Erfahrung: "Es war ein tolles Erlebnis und es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht", resümiert er. Er wird nun fleißig weiter trainieren, um seine Technik zu verbessern und mehr Erfahrung zu bekommen, damit sein Traum vom Profifußball ein Stückchen näher rückt....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta