Training während Ausgangssperre: Zarco sieht besonders ein Problem

Juliane Ziegengeist

Wie die meisten MotoGP-Piloten sitzt auch Johann Zarco aufgrund der Corona-Pandemie derzeit zu Hause fest. Für den Franzosen ist das doppelt bitter, schließlich hat er, was die Praxis auf dem Bike angeht, mehr Rückstand, weil er einige Tests der Wintersaison verpasste und erst in Sepang wieder einstieg.

Jetzt erneut so lange pausieren zu müssen, ist natürlich suboptimal. Dennoch versucht er, das Beste daraus zu machen: "Was den körperlichen Aspekt betrifft, der für einen Spitzensportler die Hauptsache ist, bin ich im Moment nicht zu sehr eingeschränkt", berichtet er aus seinem Haus in Avignon gegenüber 'Canal+'.

"Das erlaubt mir, das sportliche Gleichgewicht zu halten, das für mich am wichtigsten ist. Ich war schon gut in Form. Jetzt, Mitte März, war ich körperlich ziemlich gut - noch nicht gut genug, aber bereits in guter Verfassung", versichert der 29-Jährige, der in der MotoGP-Saison 2020 für Avintia-Ducati antritt.

MotoGP-Zwangspause hat positive und negative Seiten

Es gehe aber nicht nur darum, diese Form beizubehalten, sondern auch darum, Fortschritte zu machen, erklärt Zarco weiter. "Denn ich war nicht schlecht, aber ich hatte das Gefühl, dass ich noch nicht genug körperliche Kapazität hatte, um alles zu bewältigen." Insofern glaubt er, dass ihm die Zwangspause sogar helfen könnte.

"Ich wäre bereit gewesen, die Saison zu beginnen, aber ich sehe, dass ich als Athlet wirklich vorbereitet sein werde, wenn sie beginnt", blickt er voraus. "Ich weiß, dass der physische Aspekt wirklich vorhanden sein wird und es dann nur um den technischen Aspekt und das Vertrauen auf dem Bike gehen wird."

So einfach zu organisieren ist das Training angesichts der aktuellen Umstände jedoch nicht, gibt Zarco zu. "Der Monat Mai scheint kompromittiert zu sein, und es ist schwierig, zu wissen, wie man trainieren soll, weil man sich nicht jetzt schon übermotiviert ausbrennen kann, wenn es erst im Juni oder Juli losgeht."

Johann Zarco: "Das ist wahrscheinlich das Ärgerlichste"

Zwar sagt er auch: "Es ist eine interessante Zeit zum Trainieren, denn die psychische Seite, der Geist und der Körper sind bereit, um konkurrenzfähig zu sein, aber es gibt keinen Wettkampf. Wenn man also diese Frische im Training nutzt, kann man beim Laufen neue Referenzen schaffen und sein Niveau erhöhen."

Bis Zarco wieder auf sein MotoGP-Bike steigen kann, werden Monate vergehen

Bis Zarco wieder auf sein MotoGP-Bike steigen kann, werden Monate vergehen Motorsport Images

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Doch weil man eben nicht wisse, wann wieder Rennen gefahren werden, sei es wenig hilfreich, "wenn wir im Juni starten und Ende März ultrafit sind", erklärt der Franzose das Dilemma. Am meisten ärgere ihn aber, aufgrund der strengen Ausgangsbeschränkungen nicht auf dem Motorrad trainieren zu können.

"Das ist wahrscheinlich das Ärgerlichste, denn selbst wenn man eine super tolle Figur hat und ein kompletter Athlet ist, muss man das Gefühl haben, Motorrad zu fahren. Das ist in dieser Zeit am kompliziertesten, und je länger es dauert, desto mehr werden sich wohl alle Fahrer Sorgen machen, wenn es wieder losgeht."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.