Trainieren bei Minusgraden kann laut Experten die Lunge belasten — diese Tipps solltet ihr beachten

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Das schwere Atmen in kalter, trockener Luft kann die Lunge belasten und Symptome wie Husten und Halsschmerzen verursachen. (Symbolbild)
Das schwere Atmen in kalter, trockener Luft kann die Lunge belasten und Symptome wie Husten und Halsschmerzen verursachen. (Symbolbild)

Kälteres Wetter ist ideal für Wintersportarten wie Skifahren, Schneeschuhwandern oder sogar verschneite Joggingeinheiten. Aber wenn die Temperaturen unter null Grad fallen, sei es vielleicht an der Zeit, die Intensität zu drosseln, meint Michael Kennedy, Professor für Kinesiologie, Sport und Erholung an der University of Alberta.

Das schwere Atmen in kalter, trockener Luft kann die Lunge belasten und Symptome wie Husten und Halsschmerzen verursachen, wie Kennedys Forschungsergebnisse zeigen. "Die Lunge ist wirklich ein einzigartiges Organ im Körper, weil sie zur Luft hin offen ist. Es gibt nichts, was die Umwelt daran hindert, dorthin zu gelangen", erklärte er im Gespräch mit Insider.

Um unangenehme (wenn auch vorübergehende) Atemprobleme zu vermeiden, solltet ihr intensive sportliche Betätigung in der Kälte vermeiden, eine Maske tragen und eurer Lunge Zeit geben, sich zu erholen, bevor ihr wieder ins Haus geht, sagt der Experte.

Zu den Symptomen von Sport bei kaltem Wetter gehören Husten, Keuchen und Halsschmerzen

Wenn die Lunge der Kälte ausgesetzt ist, ist es normal, dass vor und nach dem Sport Husten, Keuchen (ein Gefühl der Verengung in der Lunge), Halsschmerzen, eine laufende Nase und Reizhusten auftreten. Bei gesunden Menschen können während intensiver sportlicher Betätigung im Freien Symptome auftreten, die denen einer Erkältung oder Atemwegsinfektion ähneln.

Ihr könnt laut Kennedy Trainings-bedingte Symptome von ernsteren Krankheiten unterscheiden, indem ihr auf Anzeichen wie Fieber, Körperschmerzen und ein allgemeines Gefühl von Müdigkeit und Unwohlsein achtet.

Trainingsbedingter Husten und Keuchen würden in der Regel innerhalb von 24 Stunden aber wieder verschwinden, so Kennedy, könnten aber auch schon nach einer kurzen Anstrengung im Freien ausgelöst werden, wenn es kalt genug ist. "Selbst 30 Minuten sind eine ziemliche Belastung für die Lunge. Wenn ihr euch dazu entschließt, nach draußen zu gehen, müsst ihr die Intensität des Trainings reduzieren, damit ihr eure Lungen deutlich weniger belastet", sagte er.

Keine überstürzte Rückkehr ins Warme – das kann den Schaden verschlimmern

Auch wenn es verlockend ist, nach einem kühlen Training sofort ins Haus zu gehen, kann warme Luft die Lungensymptome verschlimmern. Je höher die Lufttemperatur ist, desto mehr Wasser wird zur Befeuchtung benötigt. Daher kann die warme Luft, die auf die bereits geschwächten Lungenflügel und Atemwege trifft, diese noch trockener machen – vor allem, wenn man noch schwer atmet.

"Wenn ihr eine stark beanspruchte, dehydrierte Lunge in warme Luft bringt, vervielfacht ihr im Grunde die Wirkung der kalten Luft", so Kennedy. Besser sei es, die Atmung auf eine normale, ruhende Frequenz zurückkehren zu lassen, damit sich die Lunge ein wenig erholen könne, bevor sie sich wieder aufwärmt.

Ein Schal oder eine Maske können die Lunge vor kalter, trockener Luft schützen

Um Kälteschäden an der Lunge zu vermeiden, solltet ihr euch in geschlossenen Räumen aufhalten oder weniger intensiv trainieren, wenn die Temperaturen fallen – insbesondere bei minus 15 Grad und darunter. Eine Gesichtsbedeckung könne ebenfalls dazu beitragen, einen Teil der Schäden zu lindern, so Kennedy.

Während chirurgische Masken hilfreich sein können, um Viruspartikel abzuwehren, sind sie nicht geeignet, um vor trockener Luft zu schützen, da sie dazu neigen, zu schnell zu feucht zu werden, wenn man schwer atmet. Im Gegensatz dazu kann ein Schal, eine Halskrause oder eine Maske aus dickerem, leistungsfähigem Material dazu beitragen, ein Reservoir mit warmer, feuchter Luft vor dem Mund zu schaffen.

"Eine Maske zu tragen zahlt sich wahrscheinlich aus, um einige der Symptome zu lindern", so Kennedy. An manchen Orten könne es sich lohnen, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, wie zum Beispiel sich zu maskieren oder weniger intensiv Sport zu treiben, noch bevor die Winterkälte einsetzt.

Laut Kennedy kann trockene Luft bei milderen Temperaturen in hoch gelegenen Bergregionen oder sehr trockenem Klima die Lunge reizen. "Selbst bei herbstlichen Temperaturen kann Trockenheit ein Problem sein", sagt er. "Wenn ihr mehr Handcreme oder Lippenpflege auftragt, weil eure Haut trockener wird, kann sich diese Trockenheit auch auf die Lunge auswirken."

Dieser Text wurde von Mascha Wolf aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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