Warum Trade Desk trotz hoher Inflation ein Kauf ist

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Wichtige Punkte

  • Die hohe Inflation und Herausforderungen in der Lieferkette haben einige Marken dazu veranlasst, ihre Werbebudgets zu kürzen.

  • The Trade Desk ist die größte unabhängige Ad-Tech-Plattform für Medienkäufer.

  • Walled Gardens wie Alphabet erobern derzeit einen übergroßen Teil der digitalen Werbeausgaben.

Ende letzten Monats teilte Snap den Investoren mit, dass sich das makroökonomische Umfeld schneller verschlechtert als erwartet. Kurz gesagt: Die galoppierende Inflation hat viele Unternehmen dazu veranlasst, ihre Werbebudgets zu kürzen, weil steigende Preise und Probleme in der Lieferkette die Konsumausgaben wahrscheinlich beeinträchtigen werden. Als Reaktion auf die Warnung von Snap beschlossen viele Investoren, sich aus dem Sektor zurückzuziehen.

The Trade Desk (WKN: A2ARCV) war eines von mehreren Unternehmen, die von dem Ausverkauf mitgerissen wurden. Jetzt, wo sich der Staub gelegt hat, liegt die Aktie 55 % unter ihrem Höchststand, aber die makroökonomische Situation könnte sich noch weiter verschlechtern. Das US-Arbeitsministerium hat kürzlich bekannt gegeben, dass die Inflation im Mai ein neues 40-Jahres-Hoch erreicht hat. Diese Nachricht hat wahrscheinlich einige Aktionäre dazu veranlasst, die Flucht nach vorne anzutreten, aber eigentlich ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um ein paar Aktien zu kaufen.

Hier ist der Grund dafür.

Warren Buffetts Ratschlag

Warren Buffett riet Anlegern einmal, ängstlich zu sein, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn andere ängstlich sind. Das bedeutet nicht, dass jede Aktie, die sinkt, ein Schnäppchen ist. Es bedeutet lediglich, dass Abschwünge ein guter Zeitpunkt sind, um hochwertige Unternehmen zu kaufen. The Trade Desk erfüllt diese Voraussetzungen.

Das Unternehmen betreibt eine Plattform, die auf künstlicher Intelligenz (KI) basiert und Werbetreibenden dabei hilft, datengesteuerte Kampagnen über Kanäle wie Desktop, Mobile und Connected TV zu erstellen, zu messen und zu optimieren. The Trade Desk ist zwar bei Weitem nicht der größte Akteur in der Branche, aber die größte unabhängige Buy-Side-Plattform, d. h. sie besitzt weder Inhalte noch Werbeinventar.

Im Vergleich dazu besitzen Tech-Titanen wie Alphabet und Meta Platforms Content-Plattformen wie die Google-Suche bzw. Facebook, was bedeutet, dass sie einen Anreiz haben, Anzeigenkäufer auf ihr eigenes Inventar zu lenken. Die Unabhängigkeit von Trade Desk beseitigt diesen Interessenkonflikt und sorgt dafür, dass die Werte von Trade Desk mit denen seiner Kunden übereinstimmen.

Außerdem werden Alphabet und Meta Platforms oft als „Walled Gardens“ bezeichnet, weil sie streng kontrollierte Ökosysteme betreiben. Sie bieten Werbetreibenden zum Beispiel nur begrenzten Zugang zu Daten, was die Messung der Kampagnenleistung erschwert. Da Alphabet und Meta Platforms ihr eigenes Anzeigeninventar neben dem von Drittanbietern verkaufen, können alle Daten, die Marken auf die Plattform bringen, gegen diese Anbieter verwendet werden.

The Trade Desk macht genau das Gegenteil und setzt auf Objektivität und Transparenz. Dieses Wertversprechen hat die Aufmerksamkeit von Walmart geweckt. Als weltgrößter Werbetreibender verfügt Walmart über eine enorme Menge an First-Party-Shopper-Daten und hat sich für eine Partnerschaft mit The Trade Desk – und nicht mit Alphabet oder Meta Platforms – entschieden, um diese Daten für Marken verfügbar zu machen.

Mit großer Größe kommt große KI

Als größte unabhängige Buy-Side-Plattform profitiert The Trade Desk von einer erheblichen Größe. Die Plattform arbeitet mit über 100 Ad-Exchanges- und Supply-Side-Plattformen zusammen und bietet Media-Einkäufern jede Sekunde Zugang zu über 13 Millionen Werbemöglichkeiten. Im Gegenzug generiert jede Kampagne, die über die Plattform läuft, mehr Kundendaten, wodurch die KI-Maschine noch besser in der Lage ist, Klicks und Conversions zu erzielen.

Dieses Wertversprechen hat The Trade Desk dazu verholfen, die Kundenbindungsrate seit acht Jahren in Folge bei über 95 % zu halten, was sich in beeindruckenden Ergebnissen niederschlägt.

Kennzahl

Q1 2019

Q1 2022

CAGR

Umsatz (letzte 12 Monate)

512,6 Mio. Dollar

1,3 Mrd. Dollar

36 %

Freier Cashflow (letzte 12 Monate)

54,5 Mio. Dollar

393,8 Mio. Dollar

93 %

DATENQUELLE: YCHARTS. TABELLE: AUTOR

CAGR = DURCHSCHNITTLICHE JÄHRLICHE WACHSTUMSRATE

Investiere in Trends, nicht in Zyklen

Es ist wichtig, zwischen Zyklen und Trends zu unterscheiden. Makroökonomische Abschwünge sind zyklisch. Es ist nicht das erste Mal, dass der Aktienmarkt von einer hohen Inflation heimgesucht wird, und es wird auch nicht das letzte Mal sein. Ich behaupte nicht, dass die Aktien von The Trade Desk morgen steigen werden. Ihr Aktienkurs könnte sicherlich noch weiter fallen. Aber der Versuch, einen Konjunkturzyklus abzupassen, ist ein Irrweg. Niemand weiß, wann sich die Inflation abschwächen oder der Markt wieder anziehen wird.

Anstatt zu versuchen, die Zukunft vorherzusagen, sollten sich die Anleger auf Trends konzentrieren. Die Werbeausgaben verlagern sich auf digitale Kanäle, und es gibt kein Zurück mehr. Laut eMarketer beliefen sich die Ausgaben für digitale Werbung im letzten Jahr weltweit auf 490 Mrd.US-Dollar, und es wird erwartet, dass diese Zahl bis 2025 auf 785 Mrd. US-Dollar ansteigen wird. Damit bietet sich The Trade Desk eine riesige Chance, und da die Aktien zum 18-Fachen des Umsatzes gehandelt werden – weit günstiger als der Dreijahresdurchschnitt von 30 – ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um diesen Wachstumswert zu kaufen.

Ein letzter Gedanke: Die Verbraucherinnen und Verbraucher verbringen etwa ein Drittel der Zeit im Internet innerhalb von Walled Gardens und die anderen zwei Drittel im offenen Internet. Trotzdem wurden im letzten Jahr mehr als 60 % der weltweiten Ausgaben für digitale Werbung in Walled Gardens getätigt. Diese Diskrepanz kann nicht ewig bestehen bleiben. Die Werbeausgaben werden den Verbrauchern schließlich ins offene Internet folgen, und The Trade Desk dürfte davon stark profitieren.

Der Artikel Warum Trade Desk trotz hoher Inflation ein Kauf ist ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Randi Zuckerberg, ehemalige Direktorin für Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook und Schwester von Meta Platforms-CEO Mark Zuckerberg, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Trevor Jennewine auf Englisch verfasst und am 13.06.2022 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. Trevor Jennewine hat Positionen bei The Trade Desk. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Meta Platforms, Inc. und The Trade Desk.

Motley Fool Deutschland 2022

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