Träumchen und Schätzchen: Panda-Bären landen in Berlin

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Träumchen und Schätzchen: Panda-Bären landen in Berlin

Das Panda-Männchen «Jiao Qing» Mitte Juni in der Zuchtstation im chinesischen Chengdu. Foto: dpa

Zwei Pandas, die im Berliner Zoo ihr neues Zuhause finden werden, sind mit einer Frachtmaschine von der chinesischen Metropole Chengdu in Richtung Deutschland gestartet.

«Meng Meng» (Träumchen) und «Jiao Qing» (Schätzchen) sind in speziellen Transportboxen in dem Flugzeug der Lufthansa untergebracht, das am frühen Nachmittag in Schönefeld erwartet wird.

Der Cargoflieger macht auf dem voraussichtlich insgesamt 15 Stunden dauernden Flug noch eine Zwischenlandung in der russischen Stadt Nowosibirsk. Das Pärchen wird vom Berliner Tierarzt Alexander Ochs und zwei vertrauten chinesischen Tierpflegern begleitet.

Erst kurz vor der Fahrt zum Flughafen in Chengdu (Provinz Sichuan) wurden die beiden am frühen Morgen in die Transportboxen gebracht, «damit sie nicht unnötig lang in den Kisten sein müssen», sagte Ochs der Deutschen Presse-Agentur. «Wichtig ist, dass den Tieren nicht vermittelt wird, dass etwas Besonderes passiert.»

Die 550 Kilogramm schweren Boxen sind besonders ausgestattet und waren schon im April bei dem Transport von zwei Pandas in die Niederlande erfolgreich im Einsatz. «Die Pandas werden darin nicht mitkriegen, was um sie herum passiert», sagte Ochs. Als Futter wird Bambus und «Panda-Brot» mitgenommen. Die Spezialität wird aus verschiedenen Mehlsorten, Haferflocken mit Erdnussöl und wichtigen Zusatzstoffe gebacken, die den Tieren mehr Energie geben sollen.

Die Pandas bekommen keinerlei Medikamente für den Transport. Tierarzt Ochs wird während des Fluges immer wieder nach ihnen schauen. Die Pandas sollen möglichst wenig aufgeregt werden, sind aber vergleichsweise leicht zu transportieren. «Die Bären sind relativ unkompliziert und nicht mit Giraffen oder Antilopen zu vergleichen.»

Von Schönefeld sollen die Pandas in ihren Boxen mit einem Lastwagen unter Polizeischutz so schnell wie möglich zum Zoo gefahren werden. «Sie sollen an den Ampeln nicht unnötig warten müssen, um den Stress zu reduzieren», sagte Ochs. Im Zoo kommen sie sofort in ihre Ställe. «Dann lässt man sie in Ruhe, damit sie sich eingewöhnen.»

An Bord ist auch eine Tonne von dem ihnen vertrauten Bambus aus Chengdu, damit sie sich erst langsam an den neuen Bambus gewöhnen können, den der Zoo künftig aus den Niederlanden geliefert bekommt. Mit dem Pärchen wird der Berliner Zoo der einzige in Deutschland sein, der Pandas besitzt. Für neun Millionen Euro wurde eigens ein neues Gehege gebaut. Sechs Jahre nach dem Tod von Eisbär Knut sollen die beiden Riesenpandas die neue Attraktion werden.

Die schwarz-weißen Bären sind aber nur geliehen, da Pandas sowie ihr Nachwuchs grundsätzlich chinesisches Staatseigentum bleiben. China verlangt eine Leihgebühr von einer Million US-Dollar pro Jahr. Das Geld fließt in den Schutz von Pandas und die Forschung. Die Kooperation mit dem Berliner Zoo läuft über 15 Jahre.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping will die Pandas bei seinem Besuch in Berlin vor dem Hamburger Gipfel der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) zusammen mit Kanzlerin Angela Merkel voraussichtlich am 5. Juli im Zoo besuchen.

Es wird gehofft, dass die beiden Pandas in Berlin für Nachwuchs sorgen werden. «Wir werden sehen, wie sich die Tiere verhalten, wenn sie bei uns in Berlin sind», sagte Tierpfleger Christian Toll, der für das Pärchen verantwortlich sein wird. «Sie werden sich sehr wohlfühlen», ist der 34-Jährige überzeugt. «Sie haben eine schöne große Freianlage mit viel Schatten, dann das klimatisierte Haus, drinnen und draußen viele Klettermöglichkeiten.»

«Nachwuchs wäre natürlich das absolut wünschenwerte Ziel, aber es ist nicht so leicht, weil das Weibchen nur kurze Zeit im Jahr fruchtbar ist», erläuterte Toll. «Das wird man sehen.» Panda-Weibchen sind nur einmal im Jahr für drei bis vier Tage fruchtbar. Auch sind Pandas eigentlich Einzelgänger. So werden «Träumchen» und «Schätzchen» auch in Berlin getrennt untergebracht.

«Wir werden versuchen, dass sich beide im Vorfeld aneinander gewöhnen», sagte Toll. «Sie sollen sich schon lange vorher riechen, dann auch sehen und hören können - umso besser sind sie dann aufeinander eingespielt, wenn die heiße Phase beginnt.»

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