Toyota plant den Diesel-Ausstieg

Ein bisschen elektrische Unterstützung sollte den Benziner sparsamer machen

Der Diesel ist innerhalb weniger Jahre zum Problemkind der Autoindustrie geworden. Der japanische Autohersteller Toyota gilt als größter Profiteur dieser Entwicklung. Während die Deutschen global mit dem Diesel warben, setzte Toyota früh auf Hybrid-Technologie. Ein bisschen elektrische Unterstützung sollte den Benziner sparsamer machen, das war und ist die Lösung der Japaner, um den CO2-Ausstoß zu senken.

Dass Toyota in Europa trotzdem Dieselmodell anbot, war eher der Nachfrage geschuldet. Über 30 Prozent stieg der Anteil an den Verkäufen aber nie. Am Rande der Automesse in Genf bekräftigen die Japaner nun, dass man komplett aus der Technologie aussteigen wolle. „Wir werden keine neue Dieseltechnologie für Pkw mehr entwickeln, wir werden uns auf Hybride konzentrieren“, erklärte Toyota-Europachef Johan van Zyl.

Das klingt radikal, überrascht in der Branche aber niemanden. Schon Ende 2015 hatte Toyota angekündigt, nicht weiter in den Dieselmotor zu investieren. Der Anteil der Selbstzünder am Toyota-Absatz war zum Jahresbeginn ohnehin schon auf magere sechs Prozent geschrumpft.

Toyota legt bei Hybridmodellen deutlich zu

Eigentlich kam der Diesel nur noch bei großen SUVs und Pick-up-Modellen der Japaner auf erwähnenswerte Anteile. Dort soll er auch erhalten bleiben. Bei Kleinwagen und Mittelklassemodellen der Japaner soll das Dieselangebot dagegen bis zum Jahresende eingestellt werden.

Nur Diesel mit 1,4 Litern Hubraum baut Toyota selbst, die größeren mit 1,6 und 2,0 Litern kommen schon heute von Partner BMW. Der Ausstieg fällt Toyota daher leicht.

Denn mit Hybridmodellen hat Toyota zuletzt spürbar zugelegt. Auf der Suche nach Alternativen zum Diesel greifen viele Kunden zu den halbelektrischen Japanern. Mit einem Wachstum von 14 Prozent wuchs Toyota in Europa zuletzt etwa drei Mal so stark wie der Markt.