Volkswagen mag der größte Volumenhersteller der Welt sein, doch der profitabelste dürfte aus Japan kommen.

Volkswagen mag der größte Volumenhersteller der Welt sein, doch der profitabelste dürfte aus Japan kommen.


Anfang 2017 versuchte Toyotas Chef Akio Toyoda noch Krisenstimmung zu verbreiten. Doch am Dienstag war davon in Toyotas Quartalsbilanz finanziell wenig zu spüren. Der Konzern übertraf wieder einmal seine Prognosen. Mit einer Gewinnmarge von 8,9 Prozent war er im dritten Quartal des bis Ende März laufenden Bilanzjahres 2017 auch einer der profitabelsten Autobauer der Welt.

Allein im abgelaufenen Vierteljahr erhöhte Toyota den Betriebsgewinn um 53,6 Prozent auf 673,6 Milliarden Yen (fünf Milliarden Euro). Zudem hoben die Japaner auch die Jahresprognose deutlich an.

Für das gesamte Bilanzjahr erwartet Toyota nun, dass der Umsatz zwei Prozent stärker als bislang angenommen auf 29 Billionen Yen (214 Milliarden Euro) steigen wird. Der Betriebsgewinn wiederum soll nun gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent auf 2,2 Billionen Yen (16,2 Milliarden Euro) wachsen anstatt zu stagnieren. Der Reingewinn liegt mit 2,4 Billionen Yen (17,7 Milliarden Euro) sogar noch ein bisschen höher. 


Bei Konkurrent Volkswagen hatten Rückstellungen für den Dieselskandal das operative Ergebnis im dritten Quartal deutlich belastet. Das operative Ergebnis hatte sich auf fast 1,72 Milliarden Euro halbiert. Damit dürfte Toyota auch im Gesamtjahr die Nase vorn haben.

Hinter Toyotas Gewinnsprung steckt allerdings noch keine Verkaufsoffensive, sondern vor allem die konservative Schätzung zu Jahresbeginn. So streicht Toyota nicht nur wieder Wechselkursgewinne ein, weil der Yen schwächer war als Toyota sicherheitshalber schätzte. Außerdem hat der Konzern erneut stärker gespart als bislang eingerechnet. Die Sparmaßnahmen machen immerhin rund zwei Drittel des Gewinnplus aus.

Nur ein Markt stört den guten Gesamteindruck, ausgerechnet Toyotas wichtigste Region Nordamerika. Dort kämpft Toyota bei sinkender Pkw-Nachfrage mit Rabatten um Marktanteile. Die amerikanischen Autokäufer greifen immer häufiger zu Pick-ups und Geländewagen und lassen klassische Pkw mit Kofferraum bei den Händlern stehen.

Modelle wie den Camry und den Corolla kann Toyota deshalb nur mit Preisabschlägen verkaufen. Gleichzeitig erhöht der Konzern den Ausstoß der in den USA beliebten offenen Pritschenwagen. Die Einnahmen in Nordamerika sind für Toyota wichtig, um die Investitionen in die Elektromobilität, selbstfahrende Autos und neue Mobilitätsdienste stemmen zu können.


Dank der Neuausrichtung und der Preisabschläge konnte Toyota den Verkaufsrückgang in Nordamerika in Grenzen halten. Dort schlug der japanische Konzern im dritten Quartal 735.000 Fahrzeuge los, ein Prozent weniger als vor Jahresfrist. In Japan stiegen die Verkäufe um drei Prozent auf 552.000 Einheiten und in Europa um 1,7 Prozent auf 237.000 Stück. Rund um den Globus übergab Toyota 2,63 Millionen Fahrzeuge an Kunden, im Vorjahreszeitraum waren es 14.000 mehr.

Neben diversen Initiativen für elektrische und autonome Autos sowie neue Mobilitätskonzepte setzt Toyota nicht nur auf seine neue Auto- und Fabrikarchitektur, die Toyota New Global Architecture. Der Konzern will auch die Mitarbeiter an traditionellen manuellen Produktionsstraßen schulen, damit dem Konzern trotz der zunehmenden Automatisierung und immer intelligenterer Roboter nicht das menschliche Know-how in der Produktion verloren geht.