Toyota macht endlich ernst mit Elektroautos

Motley Fool Investmentanalyst

Toyota Motor Corporation (WKN:853510) sagte am Montag, dass sie bis Anfang der 2020er Jahre weltweit „mehr als 10“ batterieelektrische Fahrzeuge einführen werden.

Diese batterieelektrischen Fahrzeuge sind ein wichtiger Bestandteil der Strategie, um mit dem Übergang der Industrie zu emissionsfreien Antrieben Schritt zu halten. Hier ist, was wir wissen.

Toyotas 13 Milliarden US-Dollar Elektrifizierungsstrategie

Toyota präsentierte seine neue Strategie als Bestandteil seines 2015 erstmals eingeführten Ziels, die durchschnittlichen Kohlendioxidemissionen von Neufahrzeugen bis 2050 um 90 % gegenüber dem Niveau von 2010 zu reduzieren.

Toyotas Strategie umfasst konventionelle Hybridfahrzeuge (HEV), Plug-in-Hybridfahrzeuge (PHEV), vollelektrische Fahrzeuge mit Batterieantrieb (BEV) und Wasserstoff-Brennstoffzellen (FCEV). Hier sind die Höhepunkte.

Bis „etwa 2025“ wird jedes Toyota- und Lexus-Modell weltweit mit einer Art elektrifiziertem Antriebsstrang erhältlich sein, egal ob Hybrid oder vollelektrisch. Einige (aber nicht alle) Modelle werden nur als Hybrid- oder vollelektrische Fahrzeuge erhältlich sein.

  • BEV: Wie bereits erwähnt, wird Toyota bis Anfang der 2020er Jahre „mehr als 10“ BEVs weltweit auf den Markt bringen. Diese Fahrzeuge werden zunächst in China auf den Markt gebracht und dann in anderen Märkten wie Japan, Indien, den USA und Europa eingeführt.
  • Brennstoffzellen: Toyota wird sein FCEV-Angebot für Personen- und Nutzfahrzeuge „in den 2020er Jahren“ erweitern. Derzeit bietet das Unternehmen nur ein einziges Fahrzeug mit Brennstoffzelle an, die Toyota Mirai Limousine.
  • Hybride: Toyotas „Hybrid System II“ mit dem neuesten Prius eingeführte HEV-System wird weiterentwickelt und in weiteren Toyota- und Lexus-Modellen angeboten. Toyota wird auch mehr PHEV-Optionen in den 2020er Jahren hinzufügen.

Toyota sagte, dass es sich zum Ziel gesetzt habe, bis „etwa 2030“ mehr als 5,5 Millionen elektrifizierte Fahrzeuge zu verkaufen, darunter mehr als 1 Million emissionsfreie Fahrzeuge (BEV oder FCEV).

Um das zu erreichen, sind viele Batterien erforderlich, und Toyotas Strategie hat diesen Punkt nicht vernachlässigt. Wie letzte Woche angekündigt, erforschen Toyota und Panasonic (WKN:853666) die Möglichkeit eines Joint Ventures zur Herstellung von Batterien. Toyota arbeitet auch an der Entwicklung von Solid-State-Batterien der nächsten Generation und hofft, diese bis Anfang der 2020er Jahre auf den Markt zu bringen. (Mehr dazu weiter unten.)

Schließlich sagte Toyota, dass es in die so genannte „soziale Infrastruktur“ investieren werde, um diese neuen Fahrzeugtypen zu unterstützen: Ladestationen, Wasserstofftankstellen (für seine Brennstoffzellenfahrzeuge) und Systeme zur Wiederverwendung und zum Recycling von Batterien.

Wie viel wird das alles kosten? Etwa 1,5 Milliarden Yen (13,3 Milliarden US-Dollar) bis 2030, sagte Executive Vice President Shigeki Terashi während einer Präsentation mit Analysten und Medienvertretern am Montag. Das Unternehmen erwartet, dass mindestens die Hälfte dieses Geldes für die Entwicklung von Batterien ausgegeben wird.

Wo Toyota steht

Toyota ist ein Pionier im Bereich Hybridfahrzeuge und hat mehr Hybride als jeder andere Autohersteller verkauft. Aber die Toyota-Führungskräfte sind skeptisch gegenüber der Batterietechnologie. Sie haben argumentiert, dass die Kosten zu hoch und die Ladezeiten zu lang wären.

Statt in batteriebetriebene Fahrzeuge zu investieren, hat das Unternehmen stattdessen Wasserstoff-Brennstoffzellen auf den Markt gebracht und argumentiert, dass eine Brennstoffzelle eine „bessere Batterie“ sei, weil sie in etwa der gleichen Zeit, in der sie den Tank eines Verbrennungsfahrzeugs mit Benzin füllt, „aufgeladen“ werden kann (durch Nachfüllen des Wasserstofftanks).

Aber ich denke, dass die Realität Toyota eingeholt hat: Viele andere globale Autohersteller, einschließlich seiner drei größten globalen Konkurrenten, haben große Investitionen in die batterieelektrische Technologie angekündigt, wodurch Toyota Gefahr läuft, zurückzufallen – zumindest in den Köpfen der Investoren und der Öffentlichkeit.

Die Volkswagen AG (WKN:719000) hat bis 2025 30 Elektromodelle versprochen. Das ist eine Investition von 20 Milliarden Euro, die im nächsten Jahr mit einem Audi SUV, 2019 mit einem Porsche und 2020 mit zwei Modellen der Marke VW beginnt.

Nissan und Renault, die als „Allianz“ unter einem gemeinsamen CEO operieren, planen, bis 2022 zwölf neue vollelektrische Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Der Nissan Leaf, der Ende 2010 auf den Markt kam, ist das bisher meistverkaufte Elektrofahrzeug aller Zeiten.

General Motors (WKN:A1C9CM) wird bis 2023 „mindestens 20“ neue vollelektrische Fahrzeuge auf den Markt bringen. Die ersten beiden werden Anfang 2019 kommen. Diese beiden werden sich die Technologie mit GMs Chevrolet Bolt EV teilen, dem ersten Elektrofahrzeug für den Massenmarkt mit einer Reichweite von über 200 Meilen. Spätere Modelle werden einen neuen Batteriepack verwenden, der sich derzeit in der Entwicklung befindet; GM verspricht, dass diese Modelle rentabel sein werden.

China gibt Toyota (und seinen Konkurrenten) eine gewisse Sicherheit, dass es die Verkäufe erzielen wird, die notwendig sind, um die Vorabinvestitionen zu rechtfertigen. Zusätzlich investieren chinesische Autohersteller und Batteriefirmen massiv in die Technologie; wenn die globalen Autogiganten nicht dasselbe tun, könnten sie zurückfallen.

Ein weiterer Faktor könnte hier eine Rolle spielen: Toyota steht kurz vor einem Batteriedurchbruch. Sie arbeitet seit Jahren an „Solid State“-Batterien, die (im Gegensatz zu bestehenden Konstruktionen) nicht überhitzen und keine Brandgefahr darstellen. Sie können auch billiger sein, wenn sie in Massenproduktion hergestellt werden. Wenn Toyota die Technologie perfektionieren kann, dann kann Toyota ruhig ein bisschen später dran sein – dann aber mit einem bedeutenden Vorteil.

Wir sollten auch Tesla (WKN:A1CX3T) ein wenig Anerkennung zollen. Nicht zuletzt hat Teslas Erfolg die großen Autohersteller dazu inspiriert, sich mit der Technologie zu beschäftigen, indem das Unternehmen den Weg in eine emissionsfreie Zukunft aufgezeigt hat.

Fazit: Toyota macht wahrscheinlich genug

Die Welt wird nicht über Nacht auf Elektrofahrzeuge umsteigen. Ein Markt für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor wird es auch in den nächsten Jahrzehnten noch geben. Aber dieser Markt wird wahrscheinlich bald schrumpfen, zuerst in China, dann in Europa und dann in den Vereinigten Staaten, Indien und anderswo, da die Käufer zunehmend Elektrofahrzeuge vorziehen.

Ich denke, Toyota hat diese Realität erkannt, und der Plan, den es heute angekündigt hat, reicht wahrscheinlich aus, um in diesen wichtigen Märkten Schritt zu halten, zumindest in naher Zukunft. Sollte sich herausstellen, dass Toyota noch das eine oder andere Ass im Ärmel hat, dann wird diese Verzögerung keine großen Probleme bereiten.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 19.12.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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