Warum Toyota gerade einen Vertrag mit Teslas Batteriehersteller unterzeichnet hat

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Toyota Motor Corporation (WKN:853510) und der japanische Elektronikriese Panasonic Corporation (WKN:853666) sagten, dass sie eine Zusammenareit in Betracht ziehen würden, um Batterien für Elektrofahrzeuge zu entwickeln.

Die Unternehmen haben eine Vereinbarung unterzeichnet, um die Machbarkeit der Massenproduktion von „prismatischen“ Lithium-Ionen-Batterien für den Automobilbereich zu untersuchen. Panasonic ist führend in der Herstellung von Batterien für Elektrofahrzeuge; zusätzlich ist das Unternehmen Teslas (WKN:A1CX3T) Partner bei der riesigen Gigafactory in Nevada.

Versucht Toyota,den Vorsprung zu Tesla aufzuholen, indem es sich bei seinem Batteriehersteller einschmeichelt? Hier ist ein Blick auf den Deal und was er für die beteiligten Unternehmen bedeuten könnte.

Was die Unternehmen über den Deal sagten

Das Abkommen, das von den Unternehmen am Mittwoch unterzeichnet wurde, ist einfach eine Vereinbarung über eine mögliche Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Herstellung von Batterien. Das Ziel, so die Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung, ist es, bessere, sicherere und billigere Batterien herzustellen, die eine breitere Akzeptanz von elektrifizierten Fahrzeugen fördern:

Toyota und Panasonic erkennen die Bedeutung, welche die Batterieleistung, der Preis und die Sicherheit, sowie eine stabile Lieferkapazität für elektrifizierte Fahrzeuge haben werden. Beide Unternehmen werden eine Zusammenarbeit mit dem Ziel prüfen, die beste prismatische Autobatterie der Branche herzustellen, um letztendlich zur Popularisierung von Elektroautos von Toyota und anderen Automobilherstellern beizutragen.

Dies ist nichts Neues; Toyota und Panasonic arbeiten seit 1953 zusammen. Panasonic liefert unter anderem bereits die Batterien für die Hybrid- und Plug-in-Fahrzeuge von Toyota.

Wann und wo werden diese Batterien hergestellt?

Das haben die Unternehmen nicht gesagt. Aber Panasonic kündigte im September an, dass es plane, im März 2020 in einer bestehenden Fabrik in der japanischen Stadt Himeji mit der Herstellung von prismatischen Lithium-Ionen-Batterien zu beginnen. Es ist möglich, dass diese Batterien für Toyota bestimmt sind.

Was sind „prismatische“ Batterien?

Die meisten die Investoren, die sich für Elektrofahrzeuge interessieren, sind mit den von Tesla verwendeten Batteriezellen vertraut. Der Autohersteller hat verschiedene Arten verwendet, aber sie haben mindestens eine Sache gemeinsam: Es sind zylindrische Zellen, die ein bisschen größer als herkömmliche AA-Batterien sind.

Obwohl prismatische Batterien ähnlich funktionieren, sind sie anders verpackt, in dünnen rechteckigen Kästen, die wesentlich größer sind als die zylindrischen Zellen. Toyota verwendet prismatische Lithium-Ionen-Batterien von Panasonic in den Plug-in-Versionen seines Prius-Hybrids.

Jedes Format hat Vor- und Nachteile. Kurz gesagt, zylindrische Zellen sind billiger in der Herstellung und haben eine lange Lebensdauer. Prismatische Zellen sind leichter im Gewicht als eine äquivalente Anzahl zylindrischer Zellen und für Automobilingenieure wahrscheinlich einfacher in einem Fahrzeug zu verpacken, neigen aber dazu, mehr zu kosten und (zumindest mit der heutigen Technologie) nicht so lange zu halten wie zylindrische Zellen.

Was hat Panasonic davon?

Mit diesem Deal steigt Panasonic in bei Toyotas Elektroautoentwicklung ein. Angesichts der enormen globalen Größe und Produktionsvolumina von Toyota wird das wahrscheinlich ein sehr großes Geschäft werden. Ein Vertrag, der sich aus dieser Vereinbarung ergibt, würde wahrscheinlich einige Bestimmungen zur Kostenteilung beinhalten, wobei Toyota die Produktionskapazitäten von Panasonic mitfinanziert.

Panasonic ist bereits heute der weltweit größte Lieferant von Batterien für Elektrofahrzeuge, was vor allem auf die Zusammenarbeit mit Tesla zurückzuführen ist. Daher würde ein Abkommen mit Toyota dazu beitragen, diese führende Position zu festigen und gleichzeitig seine Kundenbasis über Tesla hinaus zu diversifizieren.

Was hat Toyota davon?

Toyota ist bei Elektroautos etwas spät dran und hat sich entschieden, seine Anstrengungen auf Elektrofahrzeuge zu konzentrieren, die mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betrieben werden. Das Unternehmen muss nun aufholen und obwohl es noch keine Einzelheiten bekannt gegeben hat, hat es mit ziemlicher Sicherheit große Pläne. So könnte die „Machbarkeitsstudie“ zu einer Partnerschaft führen, die Toyota (vermutlich) eine gesicherte Versorgung mit Batteriezellen zu einem vereinbarten Preis ermöglicht. Das hilft bei der Planung der Markteinführung neuer Elektrofahrzeuge.

Was bedeutet das für Tesla?

Ein Abkommen zwischen Panasonic und Toyota wird wahrscheinlich keinen direkten Einfluss auf Tesla haben. Aber die Tatsache, dass so etwas in Arbeit ist, sollte Tesla (und die Investoren) aufhorchen lassen: Einer der größten Automobilhersteller der Welt legt den Grundstein für seine eigenen Elektroautos. Die Konkurrenz ist schon unterwegs.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 13.12.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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