Tour de France: Wankender Froome geschlagen - Aru übernimmt Gelbes Trikot

Paukenschlag im Pyrenäen-Showdown: Ein schwächelnder Christopher Froome hat bei der 104. Tour de France die schwerste Niederlage seit Jahren kassiert und das Gelbe Trikot abgeben müssen. Der britische Titelverteidiger verlor auf der steilen Schlussrampe der 214,5 km langen zwölften Etappe zur Bergankunft in Peyragudes den Anschluss an die Herausforderer und erreichte das Ziel erst mit 22 Sekunden Rückstand auf Tagessieger Romain Bardet (AG2R).

Paukenschlag im Pyrenäen-Showdown: Ein schwächelnder Christopher Froome hat bei der 104. Tour de France die schwerste Niederlage seit Jahren kassiert und das Gelbe Trikot abgeben müssen. Der britische Titelverteidiger verlor auf der steilen Schlussrampe der 214,5 km langen zwölften Etappe zur Bergankunft in Peyragudes den Anschluss an die Herausforderer und erreichte das Ziel erst mit 22 Sekunden Rückstand auf Tagessieger Romain Bardet (AG2R).

Neuer Spitzenreiter im Gesamtklassenment ist der Italiener Fabio Aru (Astana), der Dritter wurde und nun sechs Sekunden vor Froome liegt. Bardet folgt mit 25 Sekunden Abstand auf Aru. "Ich hatte nicht mehr drin, habe das Maximum gegeben. Das Finale war sehr, sehr schwer", sagte Froome, der auf Tagesrang sieben kam. "Ich bin sehr, sehr glücklich", sagte Aru, der das Strahlen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekam.

Nachdem sich die Top-Fahrer bis wenige Hundert Meter vor dem Ziel belauert hatten, geriet Froome bei der ersten ernstzunehmenden Attacke in gravierende Schwierigkeiten.

Erst zogen nacheinander Aru und Bardet sowie danach auch weitere Rivalen am wankenden Tour-Champion vorbei. Das Rennen um das Gelbe Trikot wird nun zum Vierkampf: Neben Froome, Aru und Bardet ist auch Rigoberto Uran (Kolumbien/Cannondale-Drapac/+ 0:35) in Schlagdistanz zur Spitze.

Team Sky unterstützt Froome

Dabei hatte Froomes Top-Team Sky alles daran gesetzt, seinen Kapitän in eine komfortable Ausgangsposition zu bringen. Sky kontrollierte wie gewohnt an der Spitze des Feldes das Renngeschehen, über Stunden ackerte auch Christian Knees aus Bonn für Froome im Wind.

Am Port de Bales, dem längsten Anstieg des Tages rund 40 km vor dem Ziel, dezimierte Sky per Tempoverschärfung das Feld auf einen kleinen Favoritenkreis. Auch das deutsche Klettertalent Emanuel Buchmann (Ravensburg/Bora-hansgrohe) verlor den Anschluss. Der Ravensburger kam als bester deutscher Fahrer mit 5:44 Minuten Rückstand auf Rang 23, in der Gesamtwertung ist er nun auf Platz 16 klassiert. "Für mich lief es nicht optimal", sagte Buchmann in der ARD, der nun auf Etappenjagd gehen will: "Ich habe etwas rausgenommen und Kräfte geschont. Jetzt ist mein Ziel, bei einer Gruppe dabei zu sein."

Am Fuße des folgenden Col de Peyresourde (1. Kategorie) dann der erste Schreck für Froome: Der Titelverteidiger versteuerte sich vor einem Kreisverkehr und stand wie auch Aru plötzlich auf einer Wiese. Das Malheur hatte jedoch keine Konsequenzen, Froome und sein Rivale fanden umgehend zurück in die von Sky dominierte Spitzengruppe.

Kittel ohne Siegchance

Die Schlusskilometer gerieten zum Ausscheidungsfahren: Als erster namhafter Konkurrent verlor der Kolumbianer Nairo Quintana (Movistar) die Favoriten aus den Augen, später bekam auch Ex-Tour-Sieger Alberto Contador (Trek-Segafredo) Probleme.

Sprint-König Marcel Kittel war am Tag nach seinem fünften Etappenerfolg im ungegliebten Terrain ohne Siegchance, im Kampf um das Grüne Trikot gelang ihm dank eines cleveren Schachzugs dennoch ein Teilerfolg.

Kittel wagte den Sprung in die Ausreißergruppe und sammelte im Zwischensprint nach 90 km wichtige Zähler für die Punktewertung. Am Col de Mente (1. Kategorie), der dritten von sechs Bergwertungen, fiel der Träger des "Maillot vert" aus der Spitzengruppe heraus.

Der zweite Teil des Pyrenäen-Doppelpacks ist ein denkbar kurzer: Die 13. Etappe der 104. Tour de France führt am Freitag über lediglich 101 km von Saint-Girons nach Foix - ein Spaziergang wird die Berg- und Talfahrt am französischen Nationalfeiertag dennoch auf keinen Fall. Drei Anstiege der ersten Kategorie stellen sich den Fahrern in den Weg.

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