Tour de France: Aru gewinnt erste Bergankunft - Froome schon in Gelb

Topfavorit Christopher Froome ist bei der ersten Bergankunft der Tour de France ins Gelbe Trikot gestürmt. Der Sky-Kapitän wurde auf der 5. Etappe beim Sieg des italienischen Meisters Fabio Aru in La Planche des Belles Filles Dritter und löste seinen walisischen Teamkollegen Geraint Thomas an der Spitze der Gesamtwertung ab.

Topfavorit Christopher Froome ist bei der ersten Bergankunft der Tour de France ins Gelbe Trikot gestürmt. Der Sky-Kapitän wurde auf der 5. Etappe beim Sieg des italienischen Meisters Fabio Aru in La Planche des Belles Filles Dritter und löste seinen walisischen Teamkollegen Geraint Thomas an der Spitze der Gesamtwertung ab.

"Es fühlt sich toll an, wieder im Gelben Trikot zu sein", sagte Froome und kündigte selbstbewusst an: "Wir wollen das Jersey bis Paris behalten!"

Bis zum feierlichen Finale auf den Champs-Elysees am 23. Juli warten auf Froome noch knapp 3000 km Strecke und viele Unwägbarkeiten. In Paris will der 32-Jährige zum vierten Mal das wichtigste Radrennen der Welt gewinnen, ein Selbstläufer wird dies jedoch nicht.

Der Kapitän der Sky-Mannschaft, der seinen walisischen Teamkollegen Geraint Thomas von der Spitze des Gesamtklassements verdrängte, ließ die erdrückende Dominanz der vergangenen Jahre bei der ersten Bergankunft am Mittwoch in La Planche des Belles Filles noch vermissen.

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Beim Sieg des italienischen Meisters Fabio Aru wurde Froome Dritter, feierte im Zielsprint gegen Top-Herausforderer Richie Porte (BMC/Australien) aber zumindest einen Sieg für die Moral. Froomes Fazit fiel positiv aus, mit einer Ausnahme: "Es war ein Fehler, Fabio Aru so viel Platz zu lassen", sagte er.

Fabio Aru siegt vor Daniel Martin

Im Finale der 160,5 km langen Etappe, die noch im Zeichen des Ausschlusses von Weltmeister Peter Sagan (Bora-hansgrohe) stand, hatte sich Astana-Profi Aru nach einem Angriff 2,5 Kilometer vor dem Ziel mit 16 Sekunden Vorsprung auf den Iren Daniel Martin (Quick Step) durchgesetzt und mit seinem ersten Tour-Etappensieg Ansprüche als Herausforderer Nummer eins angemeldet.

"Ich habe attackiert, um zu sehen, wer mitgeht", sagte Aru: "Sky war bis dahin sehr schnell. Ich habe alles gegeben und bin überglücklich, dass es geklappt hat."

Geklappt hatte es auch für Froome. Am Ort, an dem er 2012 als noch Helfer seines Landsmanns Bradley Wiggins seinen ersten Tour-Etappenerfolg gefeiert hatte, zählte er erneut zu den Gewinnern. "Ich kenne das Gefühl, in Gelb zu sein. Ich habe genug Tage in diesem Trikot verbracht. Aber es wird ein harter Kampf, der härteste, den ich bislang hatte. Meine Gegner sind da", erklärte Froome.

Sagan-Ausschluss: UCI lehnt Einspruch ab

Beim Start in Vittel um 13.10 Uhr fehlte die Schlüsselfigur des Vortages: Superstar Sagan war nach seinem Ausschluss von der Frankreich-Rundfahrt wegen seiner Aktion im Massensprint von Vittel gegen Mark Cavendish bereits auf dem Weg zum Flughafen. Sein deutsches Team Bora-hansgrohe hatte "alles unternommen, um ihn noch an die Startlinie zu bringen", so Teamchef Ralph Denk.

Doch weder ein Einspruch beim Weltverband UCI noch ein Eilantrag beim Internationalen Sportgerichtshof CAS brachten Erfolg. "Ich muss die Entscheidung akzeptieren", sagte Sagan, "aber natürlich stimme ich mit der Jury nicht überein. Ich denke, ich habe nichts falsch gemacht."

Kittel und Greipel: Chancen aufs Grüne Trikot

Sagan, am Montag noch Etappensieger, ist also raus, auch Cavendish, der sich beim Sturz nach dem Rempler seines Kontrahenten einen Bruch des Schulterblattes zugezogen hat. Die Karten unter den Sprintern, die sich wahrscheinlich am Donnerstag nach 216 flachen Kilometern den nächsten Schlagabtausch liefern, werden neu gemischt.

Vor allem im Kampf um das Grüne Trikot ergeben sich für Marcel Kittel, der Sagans Disqualifikation einen "Weckruf für alle, sich an die Regeln zu halten" nannte, und Andre Greipel, die das Ziel am Mittwoch mit großem Rückstand erreichten, ganz neue Perspektiven. Sagan, der zuletzt fünfmal in Folge die Punktewertung gewann, wäre nämlich kaum zu bezwingen gewesen.

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