Toto Wolff vermutet: Ferrari schreibt 2021 "ganz ab" und denkt an 2022

Norman Fischer
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Wie lange bleibt Mercedes noch der Krösus der Formel 1? Glaubt man der generellen Meinung, dann sollte das Team auch 2021 den WM-Titel praktisch schon sicherhaben, bevor die Konkurrenz ab 2022 mit einem neuen Reglement eine neue Chance hat, die (derzeit schwarzen) Silberpfeile vom Thron zu stoßen.

Auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff weiß, dass 2021 die Chance auf einen weiteren Titel groß ist, weil die aktuellen Fahrzeuge noch einmal verwendet werden. Das Reglement bleibt im Grunde fast unverändert, mit Ausnahme einer Beschneidung der Aerodynamik im Bereich des Unterbodens, wo es vor den Hinterreifen einige Einschränkungen geben wird.

"Das nimmt in Summe vielleicht eine Sekunde Pace heraus", sagt Wolff im 'ORF', sieht sein Team aber trotzdem gut aufgestellt: "Ich glaube nicht, dass das die Rangordnung ganz auf den Kopf stellen wird. Aber es ist doch eine kleine Veränderung", so der Österreicher.

Dennoch wird das Jahr 2021 für ihn ein ganz Wichtiges. Denn alles blickt dann bereits auf das Jahr 2022, wo ein völlig neues Reglement mit völlig neuen Autos Einzug halten wird. Das heißt, dass die Teams einen guten Spagat finden müssen. Sie müssen bereits auf 2022 hinarbeiten, dürfen aber 2021 nicht vernachlässigen - denn Aerodynamik-Entwicklung wird weiter erlaubt sein.

Teams, die aber wissen, dass sie ihre Ziele im kommenden Jahr aufgrund der Weiternutzung der aktuellen Autos ohnehin nicht erreichen werden, könnten jedoch einen knallharten Schnitt machen, glaubt Wolff und hat dafür vor allem ein Team im Sinn.

"Es wird Teams geben, so wie Ferrari, die 2021 ganz abschreiben und von Anfang an an dem 2022er-Auto entwickeln werden", sagt er und glaubt, dass Ferrari das kommende Jahr in die Tonne treten wird, um danach wieder um den Titel zu fahren. "Das ist für uns natürlich dann einigermaßen schwierig, wie man diese beiden Dinge gut ausbalanciert."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.