Toto Wolff: Stoffel Vandoornes Reaktion ist verständlich

Norman Fischer
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"Es tut weh", sagte Stoffel Vandoorne über seine vierte verpasste Formel-1-Chance in diesem Jahr. Als Ersatzpilot von Mercedes und Racing Point musste er bereits zusehen, wie Nico Hülkenberg dreimal bei Racing Point einspringen durfte. Als sich nun die Chance bei Mercedes ergab, zog das Team lieber Williams-Pilot George Russell vor.

"Das war eine schwierige Entscheidung, weil Stoffel ein Mitglied der Mercedes-Familie ist", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "Er leistet herausragende Arbeit in der Formel E, er ist unser Ersatzfahrer, er erledigt alle Basisaufgaben, er sitzt im Simulator, er reist zu allen Grands Prix - und dann musst du ihm sagen, dass George Russell eingesetzt wird."

Dem Belgier das zu sagen, fiel Wolff nicht leicht. "Ich habe auch nicht erwartet, dass er sich darüber freut. Er hat es professionell aufgefasst, und seine Reaktion war absolut legitim", sagt Wolff. "Dass er lieber im Auto sitzen würde als nicht, ist verständlich."

Und wäre die Zeit bis zum Rennwochenende kürzer ausgefallen oder hätte Williams abgesagt, dann wäre Vandoorne im Auto gewesen. "Das ist sicher", stellt Wolff klar.

Dass die Wahl aber letzten Endes auf Russell fiel, sei mit einer langfristigen Perspektive geschehen. "Wir wollten sehen, wie George unter Druck und in einem anderen Umfeld performt. Er wird zu Williams zurückkehren und eine Menge gelernt haben. Georges Zukunft liegt definitiv in der Formel 1. Darum glaube ich, dass es eine gute Übung ist."

Und Vandoorne? "Er ist ein toller Kerl. Er ist einer unserer beiden Werksfahrer in der Formel E und hat dort im vergangenen Jahr tolle Leistungen gezeigt. Wir zählen in der Formel E auf ihn."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.