Toto Wolff vor GP Bahrain: Strategischer Vorteil bei Red Bull?

Stefan Ehlen
·Lesedauer: 2 Min.

Mercedes steht mit beiden Autos in Reihe eins, war im Qualifying zum Bahrain-Grand-Prix 2020 (alle Formel-1-Rennen im kostenlosen Liveticker verfolgen!) über vier Zehntelsekunden schneller als der Rest der Welt. Trotzdem glaubt Teamchef Toto Wolff nicht daran, dass das 15. Formel-1-Saisonrennen ein Spaziergang wird für Lewis Hamilton und Valtteri Bottas.

Skeptisch ist Wolff vor allem aufgrund der Freitagszeiten, wie er bei 'Sky' sagt: "Unser größtes Problem ist, dass wir in den Longruns [die Reifen] mehr überhitzt haben als der Red Bull." Außerdem hätte Red Bull noch einen zusätzlichen Satz harter Reifen in der Hinterhand.

Das bedeutet für Wolff: "Rein von der Strategie her haben sie sicher einen Vorteil." Was aber nicht bedeuten müsse, dass Mercedes chancen- oder wehrlos sei.

Mercedes-Taktik: Vorne bleiben, Rennen kontrollieren

Wolff selbst hält Hamilton, Bottas und Max Verstappen jeweils für siegfähig und meint: "Wenn wir vorne bleiben können, dann können wir das womöglich einigermaßen ziehen."

Aus seiner Sicht dürfte es nämlich schwierig werden, im zweiten Stint einen Undercut-Versuch zu wagen, weil die härtere Reifenmischung dann "nicht wirklich gut" geeignet sei, um auf Attacke zu machen. "Da können wir mit dem Medium vermutlich besser scoren", sagt Wolff.

"Die beste Strategie ist aber leider Medium-Hard-Hard, und das können wir nicht haben, weil wir keinen zweiten harten Reifen haben", erklärt Wolff.

Pirelli-Prognose widerspricht Wolff-Prognose

Formel-1-Reifenlieferant Pirelli nominiert übrigens eine ganze andere Reifenwahl als "ideale Taktik" im Formel-1-Rennen am Sonntag. Laut dem Ausrüster sei zwar eine Zweistopp-Strategie am besten, aber mit Medium-Soft-Soft oder auch mit Medium-Medium-Soft. Eine Variante mit gleich zweimal Hard führt Pirelli in seiner Vorschau gar nicht auf.

Mercedes bleibt trotzdem dabei: Reifentechnisch sei Red Bull besser aufgestellt. Denn Mercedes habe am Freitag ein "nicht ganz unkompliziertes" Training gehabt, wie Andrew Shovlin als leitender Renningenieur erklärt.

"Wir hatten ein bisschen mit der Fahrzeug-Balance zu kämpfen", so sagt er. "Während des Freien Trainings hatten wir zudem Schwierigkeiten, alles ins richtige Fenster zu bekommen. Im Qualifying kam jedoch alles zusammen und wir konnten uns mit zunehmendem Grip auf der Strecke stetig weiter steigern."

Bottas-Startplatz ein Nachteil?

Die Longruns am Freitg aber hätten bei Mercedes nur "durchschnittlich" ausgesehen, meint Shovlin. "Deshalb haben wir für heute einige Veränderungen vorgenommen." Welche, das verrät er nicht, sondern sagt nur: "Hoffentlich können wir die Reifentemperaturen damit im Rennen unter Kontrolle halten."

Eine weitere Sorge gilt der Reihenfolge am Start: P2 für Bottas bedeutet nämlich ein Startplatz abseits der Ideallinie, was laut Wolff "auf jeden Fall" einen Nachteil für sein Team im Vergleich zu Red-Bull-Mann Verstappen darstelle.

Zumindest am Start aber hat Mercedes keinen Reifennachteil: Hamilton, Bottas und Verstappen fahren mit Medium los, genau wie alle weiteren Top-10-Fahrer.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.