Ein Toter bei Brand in Flüchtlingsunterkunft in Oberfranken

Flüchtlingsheim in Bamberg

Bei einem Brand in einer der größten und umstrittensten Flüchtlingsunterkünfte in Bayern ist am Mittwoch ein Mensch ums Leben gekommen. Wie das Polizeipräsidium Oberfranken mitteilte, wurden weitere 15 Bewohner der in Bamberg liegenden Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) durch Rauchgasvergiftungen verletzt. Sieben von ihnen kamen zur stationären Behandlung ins Krankenhaus.

Die Brandursache war zunächst ebenso unklar wie die Identität der gefundenen Leiche, hier stand zunächst noch nicht einmal das Geschlecht fest. Nach den ersten Erkenntnissen der Brandfahnder dürfte das Feuer in dem Zimmer, in dem später die Leiche entdeckt wurde, ausgebrochen sein. Hinweise auf eine Ursache von außen lagen demnach zunächst nicht vor.

Laut Polizei ging in der Nacht zum Mittwoch ein Notruf ein. Der Rauch habe sich schnell in dem zweistöckigen Gebäude ausgebreitet, hieß es. In dem Gebäude waren den Angaben zufolge 163 Menschen untergebracht. Die meisten konnten die Einrichtung demnach selbständig verlassen, andere mussten von der Feuerwehr nach draußen gebracht werden. Im Einsatz waren rund 30 Polizisten, 50 Feuerwehrleute sowie zahlreiche Rettungskräfte.

Brandfahnder befragten mit Hilfe von Dolmetschern die Bewohner der Einrichtung. Die Unterkunft befindet sich auf einem früher von der US-Armee genutzten Gelände und hat den Charakter einer eigenen Stadt. Im Juli wurde die Kapazität der Einrichtung auf 3400 Plätze ausgebaut, untergebracht waren dort mit Stand vergangener Woche 1210 Menschen.

Das AEO dient auch als eines der zwei bayerischen Abschiebezentren für Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern wie den Staaten des Westbalkans. Von den insgesamt 1210 in der Einrichtung lebenden Menschen sollen 220 abgeschoben werden.

Das Bamberger Zentrum wird vom Bayerischen Flüchtlingsrat besonders wegen seiner Größe kritisiert. Aber auch in der fränkischen Stadt selbst ist das Zentrum umstritten. Zuletzt kündigte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Entsendung von 20 zusätzlichen Polizisten nach Bamberg an, um das Umfeld der Einrichtung zu sichern. Dort stieg die Kriminalität deutlich, unter anderem auch wegen zahlreicher Delikte innerhalb des AEO.