Tote bei türkischem Beschuss auf Kurdengebiet in Nordsyrien

Türkische Artillerie an der syrisch-türkischen Grenze im Jahr 2016 (Bild: AP Photo)

Bei türkischem Beschuss des von kurdischen Kräften kontrollierten Kantons Afrin im Nordwesten Syriens sind am Dienstag mindestens drei Menschen getötet worden. Zudem seien bei dem Vorfall unweit der Grenze zur Türkei acht Menschen verwundet worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Kurdische Aktivisten werfen der türkischen Armee vor, gezielt auf die Zivilbevölkerung zu feuern. Ende Juni berichteten Medien von einer Verstärkung der türkischen Truppen in Nordsyrien. Zur selben Zeit begannen erste Artillerieangriffe auf das Grenzgebiet.

Kurden feuern zurück

Am Dienstag erwiderten die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) erstmals das Feuer und beschossen mit der Türkei verbündete Rebellen. Dabei seien der Nachrichtenagentur ANHA zufolge auf Panzer zum Einsatz gekommen.

Es wird über einen erneuten Angriff auf die kurdischen Einheiten dort spekuliert. Die Türkei betrachtet die YPG als Ableger der PKK, der kurdischen Arbeiterpartei in der Türkei, und bekämpft sie deshalb. Die USA sehen in der YPG dagegen einen wichtigen Verbündeten im Kampf gegen den “Islamischen Staat”.

Fortschritte bei Eroberung Rakkas

Das von der YPG geführte Bündnis der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) vermeldete unterdessen Fortschritte beim Kampf um die IS-Hochburg Al-Rakka. Demnach sind SDF-Einheiten in die Altstadt vorgedrungen. Wie das US-Zentralkommando am Dienstag mitteilte, schlugen SDF-Bodeneinheiten zwei Breschen in die Mauer der Altstadt Al-Rakkas. Es habe starken Widerstand von IS-Kämpfern gegeben.

Der IS nutze die historische Stadtmauer zur Verteidigung und habe bereits bestehende Durchgänge vermint, erklärte das US-Militär. Mit Hilfe der neuen Durchgänge könnten die Soldaten der Koalition die IS-Kämpfer umgehen und den Rest der Mauer vor der Zerstörung bewahren. Zudem sei es so weniger wahrscheinlich, dass die Einheiten von Scharfschützen oder Maschinengewehren ins Visier genommen würden.