"Total unfair" für Bayern: Hoeneß wettert gegen Playoffs

Markus Bosch
Uli Hoeneß ist aktuell Präsident des FC Bayern

Der FC Bayern kann am Samstag beim FC Augsburg (ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) mit einem Sieg am 29. Spieltag die Meisterschaft perfekt machen – bereits der sechste nationale Titel in Folge.

Kein Wunder, dass Modelle und Ideen diskutiert werden, wie die Bundesliga wieder spannender werden kann. Auch Playoffs, wie im US-Sport, im Basketball und Eishockey werden gehandelt

Bayern-Präsident Uli Hoeneß ist kein Freund solcher Gedankenspiele. Im Gegensatz zum Basketball sei "der Kampf im Fußball in 34 Spielen zum großen Teil schwieriger", sagt der 66-Jährige der Süddeutschen Zeitung.


Während im Fußball jeder jeden schlagen könne, sei es im Basketball für viele Teams sehr schwierig die Top Drei zu schlagen, erklärt Hoeneß seine Sicht der Dinge.

Hoeneß befürchtet Terminprobleme wegen Playoffs

Auch der enge Terminkalender im Fußball ist aus der Sicht des Bayern-Präsidenten ein Problem: "Der FC Bayern ist jetzt im Halbfinale des DFB-Pokals und möglicherweise im Halbfinale in der Champions League. Und irgendwann müsste man mit den Playoffs anfangen. Oder nehmen wir mal an, wir kommen ins Champions-League-Finale, dann müssten wir noch zwischendrin Playoffs spielen. Wie soll denn das gehen?"

Außerdem würde eine Titel-Entscheidung über Playoffs "die gute Arbeit, die der FC Bayern macht, konterkarieren", sagt Hoeneß.

"Andere Vereine müssen besser arbeiten"

Stattdessen appelliert der 66-Jährige an die Konkurrenz: "Ich glaube einfach, dass die anderen Vereine besser arbeiten müssen. Wir haben ja beim FC Bayern nicht einen besonderen Mäzen, der uns Geld schenkt. Oder eine Erbtante aus Amerika. Wir haben uns das in 40 Jahren hier erarbeitet."


Eine Änderung des Wettbewerbsmodus wäre daher aus Hoeneß' Sicht "einfach total unfair."

"Jetzt einfach die Regeln ändern, nur weil die anderen nicht so leicht mitkommen und damit sie wieder wettbewerbsfähig sind? Das kann es ja wohl nicht sein", kritisiert der Bayern-Präsident etwaige Vorschläge.

Holzhäuser forderte Playoffs

Der frühere Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, Wolfgang Holzhäuser, hatte sich bei SPORT1 für die Einführung von Playoffs in der Bundesliga stark gemacht.

"Dadurch könnte die Entscheidung um die Meisterschaft interessanter gestaltet werden und auch die Schere zwischen der einen sehr guten Mannschaft und den weniger guten Mannschaften verringert werden. Nicht nur im sportlichen, sondern auch im finanziellen Bereich", erklärte Holzhäuser seinen Vorschlag.

Der frühere Bayer-Funktionär weiter: "Ich glaube nicht, dass die Liga unter dem Strich mit dieser Situation zufrieden ist", meint Holzhäuser. "Gerade aus wirtschaftlicher Sicht ist es natürlich schwer einen lukrativen Preis bei der Vergabe von Fernsehrechten zu erzielen, wenn der Meister immer schon weit vor Saisonende feststeht."